Denkt man an Brettspiele, dann denkt man meist auch an eine Gruppe von Spielern, die in geselliger Runde damit Spaß hat. Doch in letzter Zeit gewinnt das Solo Brettspiel gewinnt immer mehr Freunde.

Warum man Brettspiele alleine spielen sollte und welche Varianten es für Solo-Spieler gibt, erfahrt ihr im Folgenden.

Warum Brettspiele solo spielen?

Dem einen oder anderen mag es unsinnig erscheinen Brettspiele allein zu spielen. Schließlich sind es Gesellschaftsspiele und die spielt man doch in Gesellschaft.

In den meisten Fällen ist das auch der Fall, aber es kann durchaus Spaß machen und sinnvoll sein, auch mal allein zu spielen.

So kommt immer wieder vor, dass man Lust hat etwas zu spielen, aber auf die Schnelle keine Mitspieler findet. Spielt man ein Brettspiel solo, sind diese auch nicht notwendig. Ein weiterer Pluspunkt dabei ist, dass keine Terminabsprachen notwendig sind, die durchaus nervig und zeitraubend sein können.

Aber auch wenn man regelmäßige Mitspieler hat, wollen diese vielleicht bestimmte Spiele einfach nicht spielen, man selbst hat aber großen Spaß daran. Auch in diesem Fall kann es eine Lösung sein, diese Spiele einfach solo zu spielen.

Ein weiterer häufiger und recht praktischer Grund ist, die Regeln eines Brettspiels zu lernen. Statt dies in der Spielrunde zu machen und somit erstmal eine Menge Zeit mit dem Regelstudium zu verbringen, kann man selbst in einem Solo-Spiel erstmal die Regeln lernen und dann geht es am Spieleabend viel flotter.

Dafür spielt man einfach beide Seiten (oder noch mehr Spieler) und lernt dabei die Regeln. Das ist dann natürlich kein wirklich richtiges Spiel, Spaß kann es dennoch machen.

Macht Solo-Spielen überhaupt Spaß?

Berechtigter Weise werden viele nun fragen, ob es überhaupt Spaß macht allein zu spielen. Schließlich sind die allermeisten Brettspiele ursprünglich nicht dafür gedacht allein gespielt zu werden.

Hier gibt es natürlich viele unterschiedliche Meinungen. Manche halten davon gar nichts, da Brettspiele Gesellschaftsspiele sind, die nur mit netten Mitspielern Spaß machen. Andere dagegen können dem Solo-Spiel schon etwas positives abgewinnen, z.B. wenn die oben genannten Gründe vorliegen.

Allerdings gibt es wohl nur sehr wenige, die das Solospiel dem Spiel in der Gruppe vorziehen.

Ich persönlich finde es gut, auch mal allein Brettspiele zu spielen, gerade weil nicht immer jemand da ist, der mit mir spielen möchte.

Zudem bieten Brettspiele teilweise solo das selbe Spielerlebnis, wie in der Gruppe. Teilweise ändert sich das Spiel aber auch mehr oder wengier stark gegenüber dem Mehrspieler-Erlebnis. Auch das kann reizvoll sein.

Für mich ist es eine gute Möglichkeit zu spielen, wenn meine Frau nicht möchte, ich keine Spielrunde zusammenbekomme oder ich einfach die Regeln lernen will.

Reine Solo-Brettspiele

Es gibt nur wenige reine Solo-Brettspiele bzw. Kartenspiele. Zumindest nur wenige, die wirklich mit einer Story aufwarten können und keine reinen abstrakten Spiele sind.

Der Markt ist dafür einfach nicht so riesig. Inzwischen ist die Möglichkeit ein Brettspiel auch Solo spielen zu können für viele schon ein Kaufanreiz, aber nur sehr wenige wollen ausschließlich allein spielen.

Ein aktuelles Beispiel ist Der Unterhändler, in dem man mittels Kartendeck mit Geiselnehmern verhandelt. Auch das Spiel Freitag vom 2F Verlag ist ein reines Solo-Spiel.

Offizielle Solo-Varianten

Sehr häufig sind mittlerweile offizielle Solo-Varianten anzutreffen. Es handelt sich bei diesen Brettspielen im Grunde schon um Mehrspieler-Spiele, aber von den Entwicklern werden Solo-Varianten direkt mitgeliefert.

Meist bekommt man beim Spiel allein dann entweder ein Highscore-Spiel, wo es vor allem darum geht den eigenen Punktewert in die Höhe zu treiben oder es gibt irgendeine Form einer Gegner-AI, die automatisiert gegen einen spielt und geschlagen werden will.

Durch diese zwei Ausprägungen des Solo-Spiels weicht das Spielerlebnis teilweise stark vom Spielablauf ab, den man von Mehrspieler-Partien kennt.

Scythe bringt z.B. ein sogenanntes Automa-Deck mit, welches einen Gegner steuert, gegen den man dann spielt. Das funktioniert verhältnismäßig gut.

Terraforming Mars dagegen hat eine Solo-Variante, die bestimmte andere Spielregeln bzw. -voraussetzungen mit sich bringt.

Beim Agricola Familienspiel ändert sich einfach das Spielbrett und passt sich damit der Spielerzahl an. Das ist sehr gut gelöst.

Bei Imperial Settlers ist es dagegen ein zusätzlicher Spielbestandteil, der als Herausforderung im Solo-Modus hinzukommt.

Kooperative Brettspiele

Unter kooperativen Brettspielen versteht man jene, in denen die Spieler zusammen gegen das Spiel spielen. Man arbeitet also zusammen, um die Herausforderungen zu schaffen.

Gibt es keine Geheimnisse in dem Spiel unter den Spieler-Charaktern, dann kann man in einem Solo-Spiel einfach 2 oder mehr Charaktere steuern und damit genau dasselbe Spiel spielen, wie mit mehreren Personen.

Je nach Spiel sind solche kooperativen Spiele auch nur mit einem Charakter spielbar, wenn sich die Herausforderungen anpassen.

Die Legenden von Andor gehört z.B. zu dieser Art Brettspiel und kann natürlich auch von nur einer Person gespielt werden.

Das tolle Spiel Defenders of the Realm kann man nicht nur solo spielen, sondern auch mit so vielen Charakteren, wie man möchte. Es passt sich der Spielerzahl an.

Pandemie ist ein Klassiker unter den kooperativen Brettspielen und auch wenn es zusammen sicher mehr Spaß macht, kann man die Charaktere alle selber steuern.

Kein Problem ist es das noch recht neue Arkham Horror: Das Kartenspiel allein zu spielen. Das macht ebenfalls sehr viel Spaß.

Inoffizielle Solo-Varianten

Doch nicht nur die offiziellen Möglichkeiten zum alleine Spielen gibt es. Die Fans sind sehr kreativ, gerade bei den Regel-Varianten.

Zu sehr vielen beliebten Brettspielen gibt es eine oder sogar mehrere Solo-Varianten zum kostenlosen Download. Dafür ist boardgamegeek.com sicher die erste Anlaufstelle, da es hier das meiste Fan-Material gibt, wenn auch meist auf englisch. Aber auch die Spiele-Offensive bietet zu vielen Spielen Solo-Varianten.

Bei diesen Fan-Projekten ist die Qualität der Solo-Variante natürlich so eine Sache. Ein Teil wird gut getestet, andere sind dagegen nicht wirklich weiterzuempfehlen.

Beispiele sind die Solo-Varianten für Dominion oder die Einzelspieler-Regeln für Great Western Trail.

Hier gibt es viele, viele Downloads. Wer zu seinem Lieblingsspiel etwas sucht, wird hier sicher fündig.

Was haltet ihr von Solo-Brettspielen?

Ich finde es, wie schon gesagt, gut hin und wieder mal Brettspiele allein zu spielen. Im Zweifel würde ich zwar in den meisten Fällen lieber mit Freunden spielen, wenn ich die Wahl habe. Allerdings spiele ich meist lieber Solo, als gar nicht.

Was denkt ihr darüber? Spielt ihr gern Solo Brettspiele oder ist das gar nichts für euch?