Jenseits von ThebenWERBUNG
Archäologie hat mich schon immer fasziniert und die Geschichten von früher, als in Ägypten nach Artefakten gegraben wurde, fand ich ebenfalls toll.

Genau das kann man mit dem Brettspiel Jenseits von Theben nun selber nacherleben.

Ich stelle das Brettspiel ausführlich vor, schildere meine Meinung dazu und sage euch, ob es sich lohnt.

Was ist Jenseits von Theben?

Bei Jenseits von Theben handelt es sich um ein klassisches Brettspiel, ohne Schnickschnack wie Miniaturen oder so. Das liegt sicher daran, dass das Spiel schon etwas älter ist.

2-4 Spieler schlüpfen in die Rolle von Archäologen, die auf der Suche nach wertvollen Fundstücken sind. Das ist ein tolles Thema, aber das Spiel enthält auch interessante Mechanismen.

Jenseits von Theben - Das Spielmaterial

Jenseits von Theben – Das Spielmaterial

Bei dieser Version von Queen Games handelt es sich um die Neuauflage der bereits im Jahr 2004 im Selbstverlag des Autors erschienenen Version.

Jenseits von Theben
(Thebes)
Jenseits von Theben
Geschichte
Brettspiel
2 - 4 Spieler
Autor: Peter Prinz
ab 8 Jahren
Grafiker: Michael Menzel
60 - 90 Minuten
Verlag: Queen Games
für regelmäßige Spieler
Veröffentlichung: 2007
BGG-Position: 352
Sprache: Deutsch

Was ist drin?

Zuerst fällt mir mal wieder die Box auf, die ein wirklich schönes Cover hat, wie ich finde. Das stimmt gleich sehr gut auf das Spiel ein.

Der mittelgroße Spielplan zeigt Europa, Nordafrika und ein wenig vom aribischen Raum. Darauf finden sich zum einen europäische Großstädte, in denen man Wissen sammelt. Und natürlich gibt es auch Ausgrabungsstätten in Griechenland, Ägypten und dem Orient.

Jenseits von Theben - Spielbrett

Jenseits von Theben – Spielbrett

Ich mag ja solche auf alt gemachten Karten sehr und hier passt es als Spielbrett natürlich perfekt zum Thema des Spiels. Zumal auch gleich Platz für die Kartenauslage mit drauf ist. Das finde ich auch eine schöne Sache.

Ebenfalls dabei sind 85 Forscherkarten, die das gesammelte Wissen repräsentieren, welches die Archäologen sich aneignen wollen, aber es gibt auch Unterstützungskarten und andere. Michael Menzel hat hier wieder gute Arbeit bei den Illustrationen geleistet, wie ich finde.

Jenseits von Theben - Kartenauslage und unsere Figuren

Jenseits von Theben – Kartenauslage und unsere Figuren

Des Weiteren gibt es Ausstellungskarten, mit denen man zusätzliche Siegpunkte bekommen kann und hilfreiche Übersichtkarten, die anzeigen, wie viele Artefakte von welchem Wert es in den jeweiligen Gebieten gibt.

Jenseits von Theben - Ausstellungen

Jenseits von Theben – Ausstellungen

Gut gemacht sind auch die sogenannten Chronokel, von denen es für jeden Spieler eins gibt. Das sind Drehscheiben, die anzeigen, wie viele Ausgrabungen man mit einem bestimmten Wissen in einer bestimmten Zeit machen kann. Also wie viele Plättchen man aus den Beuteln ziehen darf.

Jenseits von Theben - Chronokel

Jenseits von Theben – Chronokel

In den 5 Stoffbeuteln befinden sich insgesamt 155 Grabungsplättchen, die entweder Artefakte zeigen oder leere Nieten sind.

Jenseits von Theben - Ausgrabungsstätten

Jenseits von Theben – Ausgrabungsstätten

Zudem gibt es noch Grabungserlaubnis-Plättchen und natürlich eine gute Anleitung samt Übersichtsblatt. Sehr hilfreich.

So funktioniert Jenseits von Theben

Jenseits von Theben ist ein sehr thematisches Spiel, wie ich finde. Es geht darum, wertvolle Artefakte auszugraben und möglichst gute Ausstellungen damit zu organisieren, um viele Siegpunkte zu sammeln.

Wie in der Realität muss man dazu erstmal wissen, wo man graben soll. Dazu sammelt man Forscherkarten, um passend zu den 5 farbigen Ausgrabungsstätten viel Wissen anzuhäufen. Einmalige Effekte helfen ebenfalls dabei. Umso mehr Plättchen kann man in der dazugehörigen Ausgrabungsstätte dann nämlich „ausgraben“, also aus dem Beutel ziehen.

Dabei spielt die Zeit eine sehr wichtige Rolle. Die Spieler sind nicht nacheinander dran, sondern immer der, der auf der Zeitleiste ganz hinten ist, darf einen Zug machen. So kann man ggf. auch mal mehrere Züge hintereinander machen. Das Reisen von Ort zu Ort kostet z.B. Zeit.

Die Zeit spielt natürlich auch bei den Ausgrabungen eine Rolle. Hier kann man selber entscheiden, wie lange man graben will. Umso mehr Plättchen darf man aus dem passenden Beutel ziehen und dann ist natürlich die Chance größer Artefakte zu ziehen, anstatt Nieten. Der Nachteile von langen Ausgrabungen ist, dass man ggf. eine ganze Weile nicht dran ist.

Und so sammelt man Wissen, reist mit seiner Figur durch Europa und Nordafrika und gräbt nach Schätzen, um damit berühmt zu werden.

Je nach Spierlanzahl dauert das Spiel 2 oder 3 Jahre (entspricht 2 oder 3 mal mit der Figur um den Spielplan), wobei jede Aktion mindestens 1 Woche dauert und man so den eigenen Zeitstein um das Spielbrett bewegt.

Am Ende des Spiels gibt es dann Punkte für die gefundenen Artefakte, die erfolgreichen Ausstellungen und weitere Dinge. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat am Ende gewonnen.

Wie spielt sich Jenseits von Theben?

Ich mag das Thema des Brettspiels sehr und auch das Spiel selbst gefällt mir.

Die Zugreihenfolge nach der Position auf der Zeitleiste zu bestimmen, gefällt mir generell sehr gut und hier macht es auch thematisch Sinn. Es ist nachvollziehbar, dass manche Aktionen einfach länger dauern als andere und dann kann man halt erst später wieder was machen.

Dass man erstmal Wissen sammeln muss, um Ausgrabungen vorzunehmen, steht in Konkurrenz dazu, möglichst schnell zu den Ausgrabungsstätten zu kommen. Zum einen gibt es für den ersten dort ein Artefakt gratis. Zum anderen kommen nach einer Ausgrabung die Nieten wieder in den Beutel zurück, so dass mit der Zeit das Verhältnis zwischen Artefakten und Nieten in den Beuteln immer schlechter wird.

Das wäre von meiner Seite vielleicht der einzige kleine Kritikpunkt. Durch diesen Mechanismus kann es später durchaus vorkommen, dass man trotz langer Suche nur Nieten aus dem Beutel zieht. Auch wenn das thematisch vielleicht nachvollziehbar ist, da die Zahl der Artefakte nun mal begrenzt ist, so kann es doch durchaus frustrierend sein.

Mich hat es aber nicht gestört. Ich kann das nachvollziehen und das ist ein Risiko, was man einkalkulieren muss. Zudem mag ich (meist) Glück in Spielen.

Alles in allem sind die Regeln übersichtlich und gut erklärt. So kommt man sehr schnell rein und es läuft dann recht flüssig.

Mein Fazit

Das Spiel ist mir wegen des Themas aufgefallen und ich wurde nicht enttäuscht. Ein schönes Sammelspiel, bei dem man immer abwägen muss, wie lange man noch Wissen sammelt und wann man die Grabung beginnt.

Das Material ist sehr gut und auch die Illustrationen tragen zur Abenteuer-Stimmung bei.

Von mir gibt es hier auf jeden Fall eine Empfehlung für Familienspieler, die etwas Anspruch möchten, ohne in einem Strategie-Schwergewicht zu versinken. Zudem muss man für einen gewissen Glücksfaktor offen sein.

Das Spiel war übrigens unter den 3 Nominierten für das Spiel des Jahres 2007. Zurecht meiner Meinung nach.

Jenseits von Theben

Jenseits von Theben
8.6

Spielidee

9/10

    Qualität

    9/10

      Zugänglichkeit

      8/10

        Spielspaß

        9/10

          Preis/Leistung

          9/10

            Vorteile

            • tolles Thema
            • schönes Ausstattung
            • interessanter Spielzugmechanismus
            • Infos zu den Artefakten

            Nachteile

            • relativ hoher Glücksfaktor
            • einfache Holzfiguren