Mit Clans of Caledonia ist ein interessanter Kickstarter vor kurzem an den Start gegangen.

Es handelt sich um ein Eurogame mit einigen interessanten Mechanismen, das zudem von einem deutschen Entwickler stammt.

Im Folgenden stelle ich das Spiel kurz vor und zudem gibt es ein Interview mit interessanten Einblicken.

Clans of Caledonia – Kickstarter

Im Schottland des 19. Jahrhunderts spielt Clans of Caledonia und wir sind stolze Mitglieder alter Clans.

Aber statt um Kampf geht es hier um Produktion und Handel, um reich und berühmt zu werden.

Das wird durch einen Mix verschiedene bekannter Mechanismen erreicht.

Das Brettspiel Clans of Caledonia hat einen sehr guten Start hingelegt und sein Finanzierungsziel bereits deutlich überschritten.

1 bis 4 Spieler können bei diesem Brettspiel dabei sein. Es gibt also auch eine Solo-Variante, auf die ich gespannt bin.

Ein guter Mix oder zuviel des Guten?

Der Entwickler von Clans of Caledonia nennt hochklassige Brettspiele wie z.B. Terra Mystica und Auf den Spuren von Marco Polo als Inspirationsquellen.

Einzelne Mechanismen wie das Engine Building, Nachbarschaftsbonus, dynamischer Markt oder Export Verträge wurden ins Spiel gepackt. Dabei geht es im Grunde darum Waren wie Käse oder Wisky zu produzieren und diese zu verkaufen bzw. zu exportieren.

Das zusammen mit einem modularen Spielbrett, Sonderfertigkeiten der 8 verfügbaren Clans und variable Bonuspunkte bei der Wertung bringt eine Menge Abwechslung ins Spiel.

Ob dieser Mix aus den verschiedenen Mechanismen am Ende wirklich gut und reibungslos ineinander greift, ist natürlich schwer zu sagen. Doch die Regeln machen einen guten Eindruck und die ersten Prototypen-Reviews sind sehr positiv.

Wer sich jetzt schon ein Bild vom Spielgefühl machen will, kann Clans of Caledonia auf Tabletopia bereits spielen.

Ausstattung und Stretch Goals

Das Spiel sieht sehr gut aus, auch wenn ich den Illustrationsstil von Clemens Franz (!) nun schon irgendwie sehr oft gesehen habe. Aber der Stil passt schon zum Thema und die zusätzlichen Boards, Karten, Plättchen und mehr als 220 Holzteile machen wirklich was her.

Das Spiel sieht insgesamt sehr professionell gestaltet aus und das ist bei der Pledge-Höhe von 39 Euro für die Grundversion um so erstaunlicher.


Damit ist Clans of Caledonia sicher einer der günstigsten Kickstarter, den ich in letzter Zeit gesehen habe.

Da stört es mich auch nicht, dass es nur wenig Stretch Goals gibt. Was viele andere Kickstarter über Stretch Goals mit ins Spiel bringen, ist bei Clans of Caledonia von Hause aus dabei. Finde ich gut.

Werde ich es unterstützen?

Ich habe es bereits unterstützt und mir reicht die normale Variante für 39 Euro. Da bekommt man wirklich viel fürs Geld.

Für 20 Euro mehr bekommt man zusätzlich Metallmünzen und eine schicke Box für die Box. 🙂 Das sieht beides sehr gut aus, aber das ist es mir dennoch nicht wert 50% mehr zu bezahlen. Doch der Großteil der Backer hat sich für diese Premium-Variante entschieden.

Interview

Wie schon geschrieben, stammt das Spiel von einem deutschen Entwickler. Mit diesem habe ich ein kleines Interview geführt, welches ihr im Folgenden lesen könnt.

Hallo Juma. Bitte stell dich kurz vor.
Ich bin 31 Jahre, Vater einer kleinen Tochter und entwickle seit ein paar Jahren Brettspiele. Studiert habe ich Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und Philosophie.

Wie bist du zum Brettspieler geworden und was magst du daran?
Ich bin seit meiner Kindheit passionierter Schach- und Brettspiel Freak. 2011 habe ich dann mit dem Entwickeln angefangen. Mir gefällt die Kombination aus kreativem und analytischem Denken, die ich dabei anwenden kann.

Welche Spiele hat du bisher entwickelt?
Pretty Ugly (nicht veröffentlich), Green Deal (Startnext), Fette Ernte und bald Clans of Caledonia.

Wie bist du auf die Idee für Clans of Caledonia gekommen?
Mir gefiel Navegador und ich wollte einen dynamischen Markt in ein landwirtschaftlicheres Setting einbinden. Und so verband ich letztendlich Mechanismen von Terra Mystica, Navegador und Marco Polo. Blind kopiert ist aber nichts, vieles ist inspiriert, weist aber doch kleine Verbesserungen auf. Inkrementelle Innovation nennt der BWLer das.

Worum geht es darin genau und was ist das Besondere daran?
Es geht um Produktion, Handel und Export im Schottland des 19. Jahrhunderts. Die Besonderheit ist die einzigartige Verknüpfung von Engine Building und ökonomischen Mechanismen.

Was sind die Hauptmechaniken und wie anspruchsvoll ist es?
Deutlich zugänglicher als Terra Mystica und Agricola, aber mit ähnlicher Spieltiefe.

Wie lange hat die Entwicklung des Spiels gedauert?
1 Jahr Vollzeit nachdem ich das Spiel zwischendurch ein paar Monate ruhen habe lassen.

Warum hast du einen Solo-Modus integriert? Wei schwer ist es so einen zu entwickeln?
Sologaming ist immer mehr in Mode und das entging auch mir nicht. Es war erstaunlich leicht diesen zu entwickeln.

Warum hast du dich für Kickstarter entschieden?
Das ist DIE Crowdfunding-Plattform für Brettspiele. Auf anderen Plattformen hätte ich nicht so einen großen Erfolg erzielen können.

Wie bist du auf die Idee für die Geld zurück Garantie gekommen? Ist das nicht auch ein gewisses Risiko?
Ich weiß, dass einerseits ein guter Start wichtig für eine Kampagne ist und andererseits early bird Rabatte für spätere Backer negativ sind. So bin ich auf die 110% Geld zurück Garantie für early backer gekommen.

Diejenigen, die später mitmachen, haben kein Geld verloren. Das Risiko ist minimal. 99% der Menschen sind ehrlich. Außerdem hat mein Mut dazu geführt, dass Stonemaier Games in deren Blog über meine Kampagne berichtet hat, was sicher auch zu dem unglaublich erfolgreichen Tag 1 geführt hat. Ich bin mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war.

Für unentschlossene Leser. Warum sollte man Clans of Caledonia unterstützen?
Weil es als heißer Kandidat für eines, wenn nicht das beste Eurogame des Jahres gehandelt wird. Ferner bekommt man viel wunderschönes Material für sein Geld.

Zu guter Letzt ist die Spieltiefe und der Wiederspielreiz enorm und das bei überschaubaren Regeln.