Vergangenheit und Zukunft von Feuerland Spiele – Frank Heeren im Interview

Der Verlag Feuerland Spiele hat sich in den letzten Jahren mit Highlights wie Terry Mystica, Ein Fest für Odin oder Viticulture einen Namen in der Brettspiel-Szene gemacht. Zur SPIEL in Essen kommen mit Charterstone, Gaia Project und Hannibal & Hamilcar weitere vielversprechende Titel raus.

Mit dem Inhaber Frank Heeren habe ich ein interessantes Interview geführt, in dem es um die Anfänge, das „Leben“ als Kleinverlag und die Zukunft geht.

Vergangenheit und Zukunft von Feuerland Spiele

Guten Tag Herr Heeren. Bitte stellen Sie sich meinen Lesern vor.

Hallo, mein Name ist Frank Heeren. Vor 5 Jahren habe ich den Brettspielverlag Feuerland Spiele gegründet. Unser Sitz ist in Eppstein zw. Wiesbaden und Frankfurt.

Wie sind Sie zum Brettspiel-Hobby gekommen?

Wir haben in unserer Familie schon immer gespielt. Es fing an mit einfachen Würfel- und Kartenspielen mit den Eltern.

Als Jugendlicher habe ich dann mit Rollenspielen angefangen und später in der Schule (ausgefallene) Brettspiele mit Freunden.

Wie kam es zur Gründung des Verlags Feuerland Spiele? Hatten Sie bereits Erfahrungen in der Verlagsbranche?

Einer meiner Schulfreunde (Uwe Rosenberg) ist schon lange als Spieleautor tätig. Über ihn kam der Kontakt zu einem anderen Autor und seinem neuen Spiel. Dieser Autor wohnte zufällig im gleichen Ort wie ich.

Da ich zu diesem Zeitpunkt nach 12 Jahren als selbständiger Programmierer nach Abwechslung suchte, habe die Gelgenheit ergriffen.

Wie verlief der Start und wie hat sich der Verlag bis heute entwickelt?

Der Start verlief ungewöhnlich gut. Wir hatten das Glück (und das Geschick) gleich mit einem außerordentlich erfolgreichen Spiel (Terra Mystica) starten zu können.

Zur Zeit veröffentlichen wir pro Jahr ca. 2 Spiele von eigenen Autoren und lizensieren 2 Spiele von anderen ausländischen Verlagen

Welche besonderen Herausforderungen und Probleme mussten Sie meistern?

Die größte Herausforderung ist die Vielfalt der Arbeit und die Notwendigkeit, sich jeden Tag um viele verschiedenen Dinge zu kümmern. Als kleiner, inhabergeführter Verlag bleibt fast alles an mir hängen über Produktentwicklung, Produktionskoordinierung, Marketing, PR und die tägliche Kommunikation mit ein Dutzend Partnerverlagen rund um die Welt.

Wie besteht man als Kleinverlag gegen die größere Konkurrenz? Was macht Feuerland Spiele besonders/anders?

In dem man gute Produkte anbietet! Neben inhaltlich guten Spielen haben wir von Anfang an auf sehr hochwertige Ausstattung unserer Spiele geachtet. Das macht sie zwar tendenziell teurer als andere, dafür bekommt der Kunde aber auch ein hochwertigeres Produkt im Vergleich zu vielen anderen.

Welche Rolle spielen mittlerweile die vielen Brettspiel-Blogger, -YouTuber und -Podcaster für Ihr Marketing? Gehen Sie aktiv auf diese zu?

Werbung spielt immer eine große Rolle und mittlerweile findet die natürlich zu großen Teilen im Internet statt. Die Spielszene ist nicht so groß und da wir gleich von Anfang an auf uns aufmerksam machen konnten, kommen die Blogger und Rezensenten in der Regel auf uns zu.

Welche Möglichkeiten und Chancen bietet das Internet für Ihren Verlag ansonsten noch? Wie sieht es speziell mit Facebook und Co. aus?

Facebook spielt eine große Rolle für uns. Uns folgen dort zur Zeit 2.500 Personen und Nachrichten von uns erreichen oft ein Vielfaches davon. Und das sind alles Personen, die auch tatsächlich an uns interessiert sind.

Welche Rolle spielt Ihre eigene Website und speziell Ihr eigener Shop?

Unsere Webseite ist vorallem wichtig für Produktinformationen. Der Shop dort hat keine große Bedeutung. Direktverkäufe im Internet sind nicht unser Ziel, wir möchten über den Handel verkaufen.

Wie wichtig sind Messen und andere Veranstaltung für Sie und worauf kommt es da vor allem an?

Messen sind für uns wichtige Plattformen, um mit unseren Kunden in Kontakt zu bleiben und unsere Spiele vorzustellen. Es kommt für uns darauf an, dass wir das Gefühl haben, dass die Messekosten auch gut angelegt sind.

Wie sehen Sie die Zukunft der Brettspiel-Branche? Welche Pläne haben Sie im Speziellen?

Der Brettspiel-Branche geht es gut und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Die Brettspieler werde zwar im Schnitt langsam älter, spielen dafür aber auch bis ins höhere Alter. Spezielle Pläne haben wir derzeit nicht.

Zum Schluss würde ich gern wissen, was Ihre Lieblingsbrettspiele sind.

Ich bin ein fast-alles-Spieler. Solange ein Spiel gut gemacht ist und das liefert, was es verspricht (sei es Spaß, Knobeln oder strategische Schlachten) bin ich dabei. Das gleiche Spiel macht auch nicht mit allen Leute gleich viel Spaß.

Ich habe zwei Freunde, mit denen kann ich 5 Stunden Britannia spielen. Mit einer anderen Gruppe ist ein kurzes Codenames eine große Gaudi. In letzer Zeit hatte ich den meisten Spaß mit Terraforming Mars und mit dem kommenden Spiel Charterstone.

Danke für das Interview

3 Kommentare

  1. Die Überschrift „Welche Pläne habt Sie im Speziellen?“ stimmt nicht ganz.

  2. Ein guter Beitrag. Vielen Dank dafür.

    Ich glaube für 2018 hat Feuerland wirklich tolle Spiele im Programm und wird ordentlich Aufwind bekommen, denn das Interesse an den Neuheiten ist sehr groß und die Spiele versprechen wirklich Qualität.

    Des Weiteren kann man es nur begrüßen, dass gerade die Kleinverlage erfolgreich sind, da Sie eine Vielfalt in die Spielwelt bringen, die für das Hobby enorm wichtig sind.

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