Leidest du an FOMO im Brettspiel-Hobby?

Nur wenige Brettspiele sind dauerhaft verfügbar und deshalb grassiert eine Krankheit in der Brettspiel-Szene: FOMO. Was FOMO genau ist, welche Folgen das hat und wie ich mit FOMO umgegangen bin, erfahrt ihr im Folgenden.

Natürlich würde mich sehr interessieren, ob du ebenfalls an Brettspiel-FOMO leidest?

Dieser Artikel ist Teil der #BG2GETHER Aktion und ich freue mich sehr über eure Meinung dazu in den Kommentaren.

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Was ist FOMO?

Die Abkürzung FOMO steht für „Fear of missing out“, was übersetzt „Angst, etwas zu verpassen“ heißt.

Und genau darum geht es auch bei diesem Phänomen, welches nicht nur im Brettspiel-Hobby sehr verbreitet ist. Aber da ist es eben auch häufig anzutreffen, denn anders als bei digitalen Spielen, sind Brettspiele meist nur in begrenzten Auflagen verfügbar und danach oft dann nicht mehr.

Nur die wenigsten Brettspiele sind so erfolgreich, dass sie über lange Zeit einfach zu kaufen sind. Dazu gehören natürlich die bekannten Klassiker, wie Monopoly, Risiko, Mensch ärgere dich nicht und so weiter. Aber bei einigen erfolgreichen modernen Brettspielen, wie Catan, Carcassonne oder Zug um Zug muss man keine Angst haben, die nicht kaufen zu können.

Das sieht bei den allermeisten anderen Spielen aber anders aus und gerade Nischentitel, Spiele von Kleinstverlagen oder auch Crowdfunding-Projekte führen oft zu FOMO, denn diese sind oft sehr schnell nicht mehr verfügbar. So geht es mir zum Beispiel auf der SPIEL in Essen so, dass ich dort viele Neuheiten sofort haben möchte, denn oft kommen diese erst Monate später normal in den Handel oder sind in Deutschland außerhalb der Messe kaum zu bekommen.

Auf der anderen Seite ist FOMO aber auch ein beliebtes Marketing-Instrument, das Unternehmen nutzen, um ihre Produkte zu verkaufen. Künstliche Verknappung ist hierbei ein Mechanismus, der bei vielen potentiellen Käufern zu FOMO führt und ein starker Kaufgrund ist. Seien es begrenzte einmalige Auflagen, limitierte Deluxe-Editionen und ähnliches.

Mein FOMO auf Kickstarter

Meine Erfahrungen nach 150 Brettspiel-Kickstartern - Leidest du an FOMO im Brettspiel-Hobby?Ich selber kenne das Phänomen FOMO und habe lange darunter gelitten. Meine Brettspiel-Sammlung ist auch deshalb so groß geworden, weil ich viele interessante Brettspiele einfach sofort gekauft habe, aus Angst davor, dass diese später nicht mehr erhältlich sind.

Ganz schlimm war das bei mir eine Zeit lang auf Kickstarter. Ich war immer wieder von kreativen und ungewöhnlichen Brettspielen auf Kickstarter fasziniert, was am Ende dazu geführt hat, dass ich mehr als 150 Projekte unterstützt habe.

Dass es dabei dann oft auch darum ging gleich All-In zu gehen mit allen Erweiterungen, hat die Angst, etwas zu verpassen, nicht gerade kleiner gemacht.

Erweiterungs-FOMO

Aber auch bei Erweiterungen ist FOMO ein Thema, denn diese sind oft noch begrenzter verfügbar.

Wenn ich ein Spiel kaufe und es gern spiele, dann will ich auch alle Erweiterungen dazu haben.

Leidest du unter FOMO im Brettspiel-Hobby? (die Angst etwas zu verpassen)

Ergebnis

Wie ich die „Krankheit“ überwunden habe

Brettspiel-Regale- Leidest du an FOMO im Brettspiel-Hobby?Nachdem meine Regale immer voller wurden und ich gemerkt habe, dass ich gar nicht alles so oft spielen kann, wie ich das gern möchte, habe ich nach und nach mein FOMO überwunden. Ich bin zwar noch nicht komplett geheilt, aber doch schon deutlich weniger anfälliger, als noch vor ein paar Jahren.

Das lag unter anderem daran, dass ich dadurch immer wieder Fehlkäufe getätigt habe. Hätte ich auf Reviews, Play Throughs oder ähnliches gewartet, dann hätte ich es mir wahrscheinlich nicht gekauft. Aber ich wollte eben nicht riskieren, es dann nicht mehr zu bekommen.

Und auch bei Kickstartern war es in den letzten 2-3 Jahren immer häufiger so, dass ich entweder enttäuscht von dem Spiel war, wenn es hier eintraf. Oder ich hatte einfach gar keine Lust mehr darauf, weil seit dem Crowdfunding 2-3 Jahren vergangen sind.

All das hat nach und nach dazu geführt, dass ich viel weniger neue Spiele kaufe bzw. als Crowdfunding unterstütze, als ich das noch vor einigen Jahren gemacht habe. Das ist manchmal nicht so einfach, aber ich frage mich dann jedes mal, wenn es mich im Finger juckt ein Spiel zu bestellen: „Wärst du wirklich sehr traurig, wenn du es nicht mehr bekommen würdest?“

Und da lautet die Antwort mittlerweile oft Nein. Natürlich freue ich mich, wenn ich so ein Spiel auf einem Spieleabend oder mit Freunden spielen kann, aber ich muss nicht mehr alles selbst besitzen, sondern konzentriere mich auf weniger Brettspiele, die ich dafür öfter spiele und richtig gern mag.

Und was die Erweiterungen angeht, auch da habe ich mich schon sehr geändert. Es gibt natürlich tolle Erweiterungen, die das Grundspiel deutlich verbessern, aber bei vielen anderen sind diese nicht zwingend notwendig. Teilweise verwässern sie sogar die Eleganz des Grundspiels. Also bin ich auch da deutlich wählerischer geworden.

Man kann nicht alles besitzen …

… und man sollte es auch gar nicht versuchen. FOMO ist halt genau dieser Gedanke, aber wenn man sich diesem Verlangen hingibt, dann wird man nie glücklich sein, sondern immer wieder mehr wollen.

Ich bin froh, vom FOMO-Trip fast komplett runter zu sein und freue mich lieber an den Spielen, die ich habe und den ausgewählten Neuheiten, die ich mir zulege. Das macht das Brettspiel-Hobby doch deutlich entspannter.

Wie geht es euch mit FOMO? Leidet ihr unter dieser „Krankheit“? Wie geht ihr damit um?

#BG2GETHER Aktion
Hier sind weitere Blogs, die sich im Rahmen des #BG2GETHER diesem Thema angenommen haben:
Spielstil.net, Analog rockt, Brettspielgalaxie, Brettspielmonster, Brettspiel Pott, Fjelfras, Brett&Pad und Spielenerds

CoBo Con

4 Kommentare

  1. Holger Wottawa

    Wenn ich ein Spiel kaufe und es gibt dazu Erweiterungen, dann will ich diese auch gerne besitzen, um das Spiel komplett zu haben. Manchmal auch, wenn ich das Grundspiel noch gar nicht kenne. Wenn ich das Spiel dann aber ausprobiert habe und finde es toll, dann mache ich i.d.R. Jagd auf Erweiterungen und Promos etc. Ist aber auch schon weniger geworden, besser ist das…

  2. Thorsten

    Es gibt so viele Brettspiele, so blöd kann ich nicht sein, dass ich Angst haben muss, was zu verpassen.
    Dann kommt halt wieder was anderes, und?
    Ich sehe es auch gar nicht ein, mir Spiele für 150€ oder so zu kaufen, nur weil es davon so wenige Spiele gibt.

  3. Ralf

    Ich habe für mich entdeckt das man das Rad nur einmal erfinden kann und selektiere daher die Spiele nach Mechanismus, Optik und Hintergrund. Auch finde ich das Erweiterungen oft das Spiel nur verschlimbessert und lass die Finger davon

  4. Markus

    Schön, dass du die Alternative „Hin und wieder“ für alle hinterlegt hast, die sich nicht trauen „Ja“ zu klicken. ;)
    Platz, Spielzeit, Spielerfahrung und Interessenwechsel bei Spielen haben bei mir zum Verlust der FOMO geführt.

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