Meeple, Standee oder Miniatur? Was ist beliebter in Brettspielen?

Auch wenn es bei einem Brettspiel vor allem auf die Mechanismen und die gute Umsetzung des Themas ankommt, spielt auch das Spielmaterial eine wichtige Rolle. Ob Meeple, Standee oder Miniatur ist hier die Frage und daran scheiden sich die Geister.

Im Folgenden erkläre ich die Unterschiede und Vor- und Nachteile dieser drei Varianten und gehe zudem darauf ein, welche Meinung ich dazu habe.

Natürlich würde mich brennend interessieren, ob ihr Meeples, Standees oder Miniaturen bevorzugt.

Meeple, Standee oder Miniatur?

Neben dem Spielbreett und meist vielen Papp-Token und Karten, gibt es bei vielen Brettspielen auch Spieler- und Gegnerfiguren. Diese kommen allerdings in verschiedenen Ausprägungen vor, mal als Holz-Meeple, als bedruckter Standee oder als hübsche Miniatur.

Aber was sind Meeples, Standees und Miniaturen eigentlich und was sind die wichtigsten Unterschiede?

Was ist ein Meeple?

Unter Meeple versteht man in der Regel eine Holzfigur, die eine menschliche Form hat. Diese Art Spielfigur wird schon sehr lange non Spieleentwicklern bzw. Verlagen genutzt.

Der Begriff selbst soll wohl im Jahr 2000 entstanden sein, als Alison Hansel in einer Partie Carcassonne die Begriffe “me” und “people” einfach verbunden hat.

Der Vorteil eines Meeples ist, dass dieser sehr einfach zu produzieren ist und auch relativ wenig kostet. Im Grunde muss nur die Form ausgeschnitten werden und dann wird der Meeple mit einer Farbe gestrichen. Auch viele aktuelle Brettspiele nutzen Meeples, wie Rajas of the Ganges oder Pioneers.

Rajas of the Ganges - Mit dem Schiff auf dem Ganges unterwegs

In den Orten werden die Pioniere abgesetzt - Pioneers

Eine Abwandlung ist der Begriff Pöppel, welcher in Deutschland für die ganz alte Form der Spielfigur genutzt wird, wie sie zum Beispiel in Mensch ärgere dich nicht, aber z.B. auch in Pandemic genutzt wird.

Mittlerweile gibt es auch sehr hochwertige Meeple, die z.B. bei Kickstarter-Projekten sehr aufwändig gestaltet werden. Und teilweise gibt es auch Aufkleber, die auf die Meeple geklebt werden (oder sie werden bedruckt) und dann schon eher den Standees ähneln.

Was ist ein Standee?

Unter dem Standee versteht man eine gedruckte Pappfigur, die auch noch ausgeschnitten ist. Damit sieht sie viel detaillierter als ein Meeple aus, ist zudem dünn und farblich oft sehr schön gestaltet.

King of Tokyo - Die Monster sind ein Hingucker

So hat zum Gloomhaven Standees für die Gegner, was auch daran liegt, dass Standees sehr günstig zu produzieren sind. Auch King of Tokyo nutzt Standees. Im Grunde sind es auch nur bedruckte Pappplättchen, die mit Hilfe eines Standfußes aufrecht stehen.

Auch einige andere Spiele nutzen Standees, vor allem als günstige Alternative zu Miniaturen. So hat Tsukuyumi: Full Moon Down ursprünglich Standees dabei gehabt, kam in einer späteren Version dann aber mit Miniaturen. Und auch der Kickstarter Building Cities bringt Standees für die vielen Gebäude mit, da eine Version mit Miniaturen viel teurer wäre.

Was sind Miniaturen?

Miniaturen kennt man vor allem vom Tabletop, aber auch bei Brettspielen sind diese in den letzten Jahren immer populärer geworden, was sicher auch mit Kickstarter zu tun hat. Denn Miniaturen bestehen auf Plastik oder Resin und sind nur recht aufwändig und damit teuer zu produzieren. Zumindest im Vergleich zu Holzmeeplen und Standees.

Und die Ergebnisse sind wirklich schön. Viele heutige Brettspiel-Miniaturen sind sehr hochwertig und wirken wirklich imposant auf dem Spielbrett.

Das Ork-Monstrum von Zombicide: Green Horde

Allerdings sind diese meistens nicht angemalt, und so hat man oft nur graue (bzw. einfarbige) Miniaturen auf dem Spielbrett stehen. Allerdings gibt es immer mal wieder bereits angemalte Miniaturen, wie bei Mechs vs. Minions oder Tapestry. Das erhöht den Preis aber nochmals.

Mechs vs Minions Miniatur bemalt

Eine Zwischenlösung ist eine Schattierung mit einer Farbe, die zumindest die Vertiefungen betohnt. Bei Lords of Hellas konnte man den sogenannten Sundrop wählen, was aber auch etwas teurer war.

Miniaturen sieht man mittlerweile sehr häufig bei Brettspielen, nicht nur auf Kickstarter. Sie machen einfach etwas her und sind ein gutes Verkaufsargument.

In einer Umfrage in meinem Blog habe ich euch gefragt, wie wichtig euch Miniaturen sind.

Wie wichtig sind euch Miniaturen bei Brettspielen?

  • Geht so. Miniaturen sind nett, müssen aber auch nicht sein. (35%, 29 Votes)
  • Wenn ich die Wahl habe, dann nehme ich gern die Brettspiel-Version mit Miniaturen. (27%, 22 Votes)
  • Eher unwichtig. Nur bei manchen Spielen würden sie mir fehlen. (20%, 17 Votes)
  • Sehr wichtig. Die machen einen großen Reiz beim Spielen aus. (16%, 13 Votes)
  • Geh mir weg mit Miniaturen. Die braucht es nicht bei Brettspielen. (2%, 2 Votes)

Anzahl Teilnehmer: 83

35% haben angegeben, dass Miniaturen nett sind, aber nicht notwendig. Immerhin 27% nehmen im Zweifel die Brettspiel-Version mit Miniaturen.

Nur für 16% sind Miniaturen in Brettspielen sehr wichtig.

Meeple, Standee oder Miniatur? Was mag ich am meisten?

Ich habe eine Menge Brettspiele in meiner Sammlung und daher natürlich auch viele, die Meeples, Standees oder Miniaturen mitbringen.

Persönlich finde ich, dass Holz-Meeples oft eher billig wirken und nicht besonders schön sind. Da gibt es zwar mittlerweile immer mehr Ausnahmen (z.B. beklebte oder bedruckte), aber größtenteils sind diese doch eher einfach gestaltet. Das ist aber bei vielen Brettspielen kein Problem, wie ich finde. Gerade Eurogames sind nicht so sehr thematisch, da müssen auch die Figuren nicht so besonders sein.

Der Vorteil ist, dass Holz-Meeple ein Spiel kaum teurer machen und das ist natürlich auch eine gute Sache bei immer weiter steigenden Brettspiel-Preisen.

Bei vielen thematischeren Spielen (z.B. Ameritrash) bin ich mittlerweile ein Fan von Standees. Diese sind ebenfalls nicht teuer, nehmen nicht viel Platz weg und wiegen nicht viel. Aber durch die schönen Illustrationen wirken diese oft sehr thematisch. Es ist eigentlich schade, dass nicht mehr Brettspiele auf Standees setzen.

Die Miniaturen in vielen Brettspielen sind mittlerweile sehr schön, aber da ich diese nicht anmale, sind sie oft grau oder zumindest einfarbig. Das ist in der Regel nicht so schön. Zudem nehmen sie viel Platz weg (Die Boxen werden größer) und machen Brettspiele deutlich teurer. Bei manchen Spielen würde ich zwar nicht darauf verzichten wollen, wie z.B. Zombicide oder Blood Rage, aber immer häufiger entscheide ich mich bei Kickstartern gegen Miniaturen, wenn möglich, und nehme lieber die Version mit Meeples oder Standees.

Am Ende kommt es aber immer auf den Einzelfall an.

Was ist bei euch beliebter?

Zum Schluss würde mich natürlich sehr interessieren, wie das bei euch aussieht. Was mögt ihr mehr, Meeples, Standees oder Miniaturen?

Nehmt einfach an der folgenden Umfrage teil und hinterlasst einen Kommentar mit euren Erfahrungen.

Was für Spielmaterial bevorzugst du?

Ergebnis

3 Kommentare

  1. Christian

    Ich mag Standees und Meeple am liebsten. Miniaturen nur wenn sie bemalt sind

  2. Der Siedler

    Ich finde Papp-aufstellen wirken eher billig. Der Begriff “Standee” kommt mir sehr künstlich vor. Das sagt doch kein Mensch.

  3. Harald Mayrhofer

    Sorry, aber meeples gehn für mich gar nicht. Standees? Na ja zur absoluten Not!! Aber nichts geht über Minis! Minis! Minis! Umso mehr umso besser! Natürlich (leider) auch umso teurer!

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