Was ist ein Alpha Spieler? Probleme, Tipps und Lösungen

Alpha Spieler gibt es in vielen Spielrunden, doch was ist das eigentlich genau und für welche Probleme sorgen die im englischen genannten Alpha Player im Brettspiel-Hobby?

Diesen Fragen gehe ich im heutigen Artikel nach, berichte dabei über eigene Erfahrungen und gebe Tipps, wie man das Alpha Spieler Problem vermeiden kann.

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Was ist ein Alpha Spieler?

Als Alpha Spieler werden Personen bezeichnet, die den Mitspielern sagen, was der beste Zug wäre und was sie am besten tun sollen. Es handelt sich um eine besondere Art Spieler-Typ.

Statt also jeder Spielerin die Entscheidung zu überlassen, was diese tut, nimmt der Alpha Spieler (oder auch Alpha Spielerin) Einfluss und drängt einem die eigene Meinung auf.

Diese Einflussname macht vor allem in kooperativen Brettspielen Sinn, in denen man gemeinsam gewinnt oder verliert. Zudem gibt es in kooperativen Brettspielen meist offene Informationen. Die SpielerInnen am Tisch sehen alles oder zumindest viel von den anderen. Das begünstigt natürlich das Alpha Player Problem.

Ein Alpha Spieler Problem tritt unter anderem dann auf, wenn es unterschiedliche Erfahrungen mit dem Spiel gibt. Hat also eine Person am Tisch bereits viele Partien gespielt und die anderen nicht, dann kann es zu diesem Problem kommen. Aber natürlich ist es auch ein Charakter-Zug, der hier dann verstärkt zum Vorschein kommt. Es gibt also viele erfahrene SpielerInnen, die dennoch nicht zum Alpha Spieler werden.

Ein weiterer Grund für das Problem kann auch im Spiel selbst liegen. Gibt es keine Zufälle oder Unsicherheiten, ist das Spiel sehr stark planbar, was auch eher zum Alpha Spieler Problem führt.

Probleme durch den Alpha Spieler

Durch die Einflussname eines Spielers oder einer Spielerin, was man im englischen auch Quarterbacking nennt, fühlen sich viele SpielerInnen gestört. Schließlich ist es auch in kooperativen Spielen so, dass man trotz Abstimmung untereinander eigene Entscheindungen trifft.

Gerade das Treffen eigener Entscheidungen macht ja den Spielreiz aus. Wenn einem ein anderer Spieler sagt, was man machen soll (auch wenn es durch seine bzw. ihre Erfahrung oft sehr gute Tipps sind), verliert man oft den Spaß am Spiel.

Hinzu kommt, dass in kooperativen Spielen alle gemeinsam gewinnen oder verlieren. Hört man nicht auf die Ratschläge des Alphaspielers und verliert, dann ist dieser oft sauer, weil er oder sie es ja besser wusste.

Generell kann der Spielspaß in einer Gruppe darunter sehr leiden.

Hast du schon mal ein Alpha Spieler Problem gehabt?

Ergebnis

Hat das Alpha Player Problem auch was Positives?

Oft sind es die negativen Effekte eines Alpha Players, die besonders auffallen, aber es gibt durchaus auch positive Effekte.

So sind manche Neulinge in Bezug auf ein Spiel durchaus dankbar für Hinweise, Tipps und Hilfestellungen in der ersten Partie. Das kann gerade bei komplexeren und längeren Spielen Frust verhindern.

Zudem eignen sich nach meiner Erfahrungen Alpha Spieler anfällige Brettspiele sehr gut für Solo-Partien. Wenn man z.B. mehrere Charaktere in einem Spiel solo spielt, dann sind offene Informationen für die Solo-Spielerin natürlich sehr gut und hilfreich.

Meine Erfahrungen mit Alpha Spielern

Ich habe zum Glück nicht so viele Erfahrungen mit Alpha Spielern gemacht.

Allerdings gab es schon mal einen sehr guten Spieler, der das Spiel viel besser kannte und genau wusste, was man tun muss. Als Einsteiger hatte ich dagegen natürlich wenig Ahnung, was die besten Züge waren und was generell die Zusammenhänge im Spiel anging.

Der Alpha Spieler hat mir (und auch den anderen) gesagt, was gerade der beste Zug ist und war dann auch ein wenig sauer, wenn man, nach seiner Ansicht, falsch gespielt hat. Das hat mir Spirit Island ein wenig mieß gemacht, auch wenn ich weiß, dass es ein sehr gutes Spiel ist.

Das ist mir übrigens auch bei Doppelkopf so gegangen, als ich meine ersten Partien mit erfahrenen Spielern gespielt habe. Diese wussten genau, was man wann spielt und haben sich über fast jeden meiner Züge aufgeregt.

Hinweise und Hilfe finde ich dabei noch okay, aber es ist ein schmaler Grat. Schnell wird es Bevormundung und dann verliere auch ich den Spaß am Spiel.

Tipps zum Umgang mit dem Alpha Spieler Problem

Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Alpha Player Problem zum vermindern oder ganz zu vermeiden. Hier ein paar Tipps.

  • Eine Möglichkeit gegen das Alpha Spieler Problem vorzugehen ist es Brettspiele zu spielen, die weniger anfällig dafür sind. Das sind vor allem Spiele mit verdeckten Informationen oder auch Spiele, die Kommunikationseinschränkungen haben.

    So hat Gloomhaven nicht nur verdeckte Informationen, was die eigenen Handkarten angeht, sondern man darf sich auch nur eingeschränkt über geplante Aktionen unterhalten.

  • Was auf jeden Fall Sinn macht, ist darüber zu reden. Natürlich sollte man das sensibel angehen, denn der Alpha Spieler meint das ja nicht böse.

    Dennoch sollte man ggf. darauf hinweisen, dass einem die Einflussname zu stark ist und man selbst entscheiden möchte. So eine Gespräch macht evtl. nach der Partie dann mehr Sinn, damit es nicht während eines laufenden Spiels dadurch zu Unterbrechungen und ggf. sogar Meinungsverschiedenheiten kommt.

    Dennoch sind die meisten Alpha Spieler schon bereit sich etwas zurückzunehmen, wenn man das freundlich und nett formuliert.

  • Ein weiterer Tipp liegt bei der Auswahl der Mitspieler bzw. des Spiels. Indem man versucht ein ungefähr gleiches Erfahrungslevel sicherzustellen, verringert sich das Alpha Spieler Problem meist von ganz allein. Schließlich hat niemand einen Erfahrungsvorsprung und kennt die besten Strategien etc. (oder eben alle kennen sie).

    Komplexere Spiele sind zudem meist nicht so einfach durchzuplanen und es sind einfach zu viele Faktoren beteiligt, um als Alpha Player klare Anweisungen zu geben.

    Im Unknows-Forum gibt es übrigens eine interesssante Diskussion darüber, ob dieses Problem am Spiel selbst oder an den Personen liegt. Beides wahrscheinlich.

  • Bringen Gespräche und die Spielauswahl nicht, dann muss man sich ggf. andere Mitspieler suchen und sich von einem Alpha Spieler zumindest für kooperative Spiele „trennen“.

    Auch das kann und sollte man sensibel verpacken, um nicht dauerhaft einen Keil in die Spielgruppe zu treiben, aber gerade bei größeren Spielrunden, bei denen sich immer unterschiedliche Menschen zu einem Spiel zusammenfinden, ist dies eine Möglichkeit dem Alpha Spieler aus dem Weg zu gehen.

  • Eine weiterere Lösung für das Problem ist es, nur noch kompetitive Spiele mit dieser Person zu spielen. Diese sind weit weniger anfällig für das Alphaspieler Problem, da ja jeder für sich versucht zu gewinnen und deshalb den anderen meist keine Tipps geben möchte.

    Auch Semi-Koop-Brettspiele mit verdeckten Rollen (z.B. Verräter) oder mit geheimen persönlichen Zielen helfen dabei das Problem zu mindern. Genauso wie Spiele, in denen man simultan die eigenen Aktionen ausführt.

Gibt es Alpha Spieler in kompetitiven Spielen?

Das Alpha Spieler Problem tritt vor allem in kooperativen Spielen auf, aber auch in kompetitiven Spielen kann das Problem durchaus vorkommen.

Auch hier sind es meist erfahrene SpielerInnen, die anderen sagen, was sie spielen könnten und was der beste Zug ist. Das ist oft bei Einführungspartien der Fall, wenn man Neulingen das Spiel beibringt.

Hier ist es aber meist auch okay, wenn das gerade am Anfang einfach die Unterstützung für Neulinge ist, sollte aber natürlich nicht übertrieben werden.

Generell ist es aber nicht wirklich oft ein Problem, anders als zum Beispiel das Problem der Grübler.

Fazit

Alpha Spieler sind durchaus ein Problem im Bereich der kooperativen Spiele, gerade wenn es das Lieblingsspiel einer Person ist, welches diese sehr gut kennt.

Offen das Problem anzusprechen ist ein Weg damit umzugehen, aber es gibt noch weitere Tipps, wie man das Alpha Spieler Problem beheben oder zumindest vermindern kann.

Wie sind eure Erfahrungen mit Alpha Spielern und wie habt ihr das Problem gelöst?

2 Kommentare

  1. Jens

    Ich spiele momentan meistens mit meinen Kindern und und in den ersten Runden gebe ich bei neuen Spielen meist ein paar Tipps, was man jetzt am besten machen könnte. Ich habe gelernt,mich danach zurückzunehmen und die Kids ihr Ding machen zu lassen. Mein Credo, dass ich zu vermitteln versuche, ist „Wer Spaß hat, hat sowieso gewonnen „. Wir spielen allerdings auch nur wenige wirklich kooperative Spiele. Bei Andor musste ich dagegen meinen Jüngsten etwas bremsen, der gern im Alleingang das Szenario beendet hätte.

    • Peer

      Hallo Jens, in er ersten Partie noch ein paar Tipps zu geben und auf wichtige Dinge hinzuweisen ist natürlich okay und gehört irgendwie auch zur Regelerklärung dazu.

      Kinder sind bei Koop-Spielen eine spannende Sache, da sie je nach Alter ja mehr „Coaching“ brauchen von einem Erwachsenen, aber dann später durchaus auch „durchmaschieren“ können, wenn sie den Dreh raushaben. Ich habe allerdings nicht viel Erfahrung mit Kindern in Koop-Partien.

      Am Ende, da stimme ich dir auf jeden Fall zu. Es sllten alle am Tisch ihren Spaß haben.

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