Viele neue Brettspiele konnte ich in den letzten Wochen spielen, was unter anderem natürlich an der SPIEL Neuheiten lag. Von vier dieser Neuheiten schildere ich heute meine Ersteindrücke.

Das sind diesmal Anno 1800, Tekhenu: Der Sonnenobelisk, Under Falling Skies und Inside Crime – Kobra, die ich mir genauer anschaue.

Ich freue mich natürlich auch über eure Meinung und Ersteindrücke zu diesen Spielen.

Anno 1800, Tekhenu, Under Falling Skies, Inside Crime Kobra … Brettspiel-Ersteindrücke

Die aktuelle Spieleflut ist groß, auch wenn auf Grund der Corona-Infektionen die Messe in Essen diesmal nur digital stattgefunden hat. Doch es gab dennoch viele spannende Neuheiten und eine ganze Reihe konnte ich schon anspielen.

Dazu gehören auch die folgenden Titel, die teilweise recht komplex sind, aber auch Solo-Unterhaltung bieten und mit einem Detektiv-Spiel auch ein besonderes Format mitbringen.

Wie immer der Hinweis, dass dies wirklich nur Ersteindrücke sind und ich diese Spiele noch häufiger spielen muss, um mir eine endgültige Meinung zu bilden.

Anno 1800 – Ersteindruck

Um eine Computerspielumsetzung handelt es sich bei Anno 1800. Obwohl mein optischer Eindruck bei den ersten Fotos eher etwas langweilig war, habe ich mich dennoch darauf gefreut, da es ein Spiel von Martin Wallace ist, der schon viele gute und anspruchsvollere Brettspiele designed hat.

KOSMOS hat mir ein Rezensionsexemplar zugesendet, welches ich dann auch gleich spielen konnte. Und von nahem sehen die quadratischen Plättchen, die Karten und das restliche Spielmaterial auf jeden Fall schöner aus. Die Gestaltung wurde aus dem Computerspiel übernommen.

Worum geht es in Anno 1800? Die Spiele besitzen jeweils eine Insel, auf der schon ein paar Bürger (es gibt 5 verschiedene Arten) und ein paar Basis-Fabriken vorhanden sind. Ziel des Spiels ist es natürlich Siegpunkte zu machen und dafür bauen wir neue Industrien auf, entdecken fremde Inseln, suchen nach seltenen Tiere und Artefakten und einiges mehr.

Anno 1800 - die Insel der Spieler wächst

Dafür brauchen wir natürlich Bevölkerung, wobei diese aber Bedürfnisse mitbringt, die es zu erfüllen gilt. Dann bringen diese aber auch Siegpunkte.

Das anspruchsvolle Brettspiel bringt eine variable Spiellänge mit. Das Spielende wird eingeläutet, wenn ein Spieler alle Bevölkerungskarten aus seiner Hand ausgespielt hat. Das ist ein Punkt, bei dem ich mir noch nicht so sicher bin, wie gut ich das finde. Wenn alle Spieler immer wieder Bevölkerungskarten nachziehen, dann kann eine Partie sehr lange dauern.

Der Aufbau der eigenen Industrien, der Handel, die Erkundung und so weiter sind aber sehr gut verzahnt. Dabei muss man seine eigenen Bürger gut einplanen, diese zum richtigen Zeitpunkt aufwerten und sich gut überlegen, welche Industrie man baut und was man lieber erhandelt.

Anno 1800 - Viele Industrieplättchen

Zudem gibt es allgemeine Ziele bzw. Aktionsmöglichkeiten, die in jeder Partie anders zusammengesetzt sind und Abwechslung reinbringen.

Insgesamt ist Anno 1800 ein anspruchsvolles Spiel, welches zum Tüfteln einlädt und mir bei den ersten Partien insgesamt sehr gut gefallen hat. Zudem ist die Interaktion auf jeden Fall gegeben, allein schon durch das ständige Handeln mit den anderen, was aber sehr gut gelöst wurde.

Die fehlende Anpassung an unterschiedliche Spielerzahlen (es gibt z.B. immer 2 Plättchen pro Industrie in der Auslage) und das variable Spielende haben zwar bisher keinen schlechten Eindruck hinterlassen, aber ich muss noch mehr Partien spielen, um dies endgültig beurteilen zu können.

Insgesamt hat es mir sehr viel Spaß gemacht bisher und ein großer Pluspunkt ist hier zudem, dass es keine Ressourcen-Token gibt. Das finde ich toll und so könnte man es sicher auch bei vielen anderen Spielen umsetzen.

Ein paar kleine Regelunklarheiten wurden bereits per Errata behoben und bald soll auch ein Solo-Modus kommen.

Anno 1800

(KOSMOS)
Eindruck gutBrettspiel-Umsetzung des populären Computer-Strategiespiels, welches komplexe Industrieketten, Handel, Aufbau und mehr bietet. 120 Minuten Spielzeit deuten auf ein anspruchsvolleres Spiel hin.
Autor: Martin Wallace
Grafiker: Fiore GmbH
2 - 4
Spieler
ab 12
Jahren
ca. 120
Minuten
7.9 von 10
BGG Bewertung
Pos. 851
auf BGG
43,99 € (-12%) *
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KOSMOS 680428 Anno 1800, Das Brettspiel zum beliebten PC-Spiel, Aufbau-Strategie-Spiel für 2-4...Werbung/Bild:Amazon



 
150

(Like)
2020

Tekhenu: Der Sonnenobelisk – Ersteindruck

Als Tekhenu: Der Sonnenobelisk angekündigt wurde, war ich sehr interessiert, aber ähnlich wie bei Teotihuacan, welches ebenfalls vom Autor Daniele Tascini stammt, hat mich die Optik auf den Fotos abgeschreckt. Dennoch habe ich viel Gutes gehört und freundlicherweise von Giant Roc ein Rezensionsexemplar erhalten, welches ich nun spielen konnte.

Es handelt sich im Grunde um ein Dice Drafting Spiel, welches aber sehr anspruchsvoll ist. Die Würfelmechanik ist cool, aber man muss diese auch erstmal verstehen.

Es gibt 5 verschiedene Würfelfarben, die gewürfelt werden und zufällig in die 6 Bereiche um den Obelisken auf dem Spielbrett verteilt werden. Je nach Stand des Obelisken (der immer wieder weitergedreht wird), 2 Felder sind immer im Dunkeln, 2 im Halbschatten und 2 in der Sonne, sind die Würfel der verschiedenen Farben dort rein, verdorben oder verboten.

Tekhenu - Obelisk und Würfel

Reine und verdorbene Würfel können wir für eine von 6 Aktionen (je nachdem, wo der entsprechende Würfel liegt) nutzen oder (bis auf die grauen Würfel) zum Produzieren von Waren einsetzen.

Der Kniff hierbei ist dann, dass man die genutzen Würfel auf eine Waage (keine echte) auf dem eigenen Spielertableau legt. Links die reinen Würfel, rechts die verdorbenen. Nach insgesamt 4 Zügen (also vier genommenden Würfeln), wird geschaut, ob die Waage in der Balance ist oder nicht (die Würfelaugen auf beiden Seiten, plus überproduzierte Waren auf der verdorbenen Seite). Daran orientiert sich nicht nur die Spielerreihenfolge anschließend, sondern bei einem Übergewicht der verdorbenen Würfel gibt es auch Siegpunkteabzug. Das gefällt mir sehr.

Tekhenu - Das Spielertableau

Die 6 verschiedenen Aktionen rund um den Obelisken sind sehr thematisch. So kann man z.B. Säulen, Statuen oder Gebäude bauen, die während des Spiels Vorteile und/oder Siegpunkte am Ende (bzw. bei der Zwischenwertung) bringen.

Aber man kann bei einer Aktion auch Karten bekommen. Davon gibt es drei Arten: Soforteffekte, dauerhafte Vorteile oder Endwertungen. Und da es hier eine große Auswahl gibt, ist nicht nur die Abwechslung hoch. Ich finde solche Karten generell eine tolle Sache.

Zudem kann man das eigene Volk vergrößern bzw. glücklicher machen.

Würfel nehmen und Aktion ausführen, das klingt nach einem einfachen Mechanismus. Aber die sich daraus ergebenden Möglichkeiten sind sehr verzahnt und hinzu kommt, dass man auch immer darauf achten muss, dass die eigene Waage halbwegs in der Balance ist.

Bei Tekhenu: Der Sonnenobelisk sind sehr unterschiedliche Strategien möglich und keine Partie läuft wie die vorherige. Strategie ist hier natürlich gefragt, aber auch viel Taktik.

Bisher hat es mir sehr viel Spaß gemacht und das Spiel gehört derzeit zu meinen absoluten Herbsthighlights, zumal es einen Solo-Modus hat.

Tekhenu: Der Sonnenobelisk

(Giant Roc)
Eindruck sehr gutEin neues anspruchsvolles Eurogame von den Designern von Teotihuacan, Tzolkin und Anachrony. Würfel Drafting ist hier dabei und es gibt wieder unterschiedliche Bereiche auf dem Spielfeld, die 6 ägyptischen Göttern zugeordnet sind. Zudem spielt der Stand der Sonne eine wichtige Rolle.
Autoren: Daniele Tascini, Dávid Turczi
Grafiker: Jakub Fajtanowski, Michał Długaj, Zbigniew Umgelter, Aleksander Zawada
1 - 4
Spieler
ab 14
Jahren
60 - 120
Minuten
7.9 von 10
BGG Bewertung
Pos. 358
auf BGG
zur Spiele-Offensive*



 
36

(Like)
2020

Under Falling Skies – Ersteindruck

Bereits als Print and Play habe ich Under Falling Skies vor einer Weile mal ausprobiert und nun konnte ich nicht warten und habe mir die englische Ausgabe von Czech Games Edition gekauft. Bei HeidelBÄR Games kommt es bald auch auf deutsch.

Es handelt sich um ein Solo-Spiel, auch wenn es wohl mehrere gemeinsam spielen können.

Wir verteidigen in Under Falling Skies eine Großstadt gegen einen Alienangriff. Ein großes Mutterschiff kommt immer näher (Runde für Runde) und dabei greifen auch ständig Alien-Raumschiffe die Stadt an.

Under Falling Skies - Alienraumschiff greifen an

Unser Aufgabe ist es die Stadt zu verteidigen und eine Verteidigungswaffe zu entwickeln, mit der wir das Mutterschiff abschießen können.

Das Spiel selbst bringt modulare Spielplanteile mit, die dafür sorgen, dass es viel Abwechslung gibt. Je nach Szenario oder eigenen Vorstellungen legt man das Spielfeld zusammen.

Der Rundenablauf ist recht einfach. Man würfelt 3 graue und 2 weiße Würfel und legt diese dann in einzelne Bereiche der eigenen Basis. Dabei darf in jeder Spalte (5) nur jeweils ein Würfel liegen.

Under Falling Skies - Die eigene Basis will ausgebaut werden

Hohe Würfel sind meist besser, da man damit mehr Energie produzieren, mehr Forschung durchführen und mehr Alien-Raumschiffe abschießen kann. Allerdins rücken eben jene Raumschiffe auch so viele Fehler vorwärts in der jeweiligen Spalte, wie die Würfelaugen anzeigen.

Ein weiterer Kniff ist hier, dass man alle übrigen Würfel neu würfel muss/darf, wenn man einen weißen Würfel in die eigene Basis legt.

Und so muss man in jeder Runde dafür sorgen, dass die eigene Basis weiter ausgebaut wird (bessere Räume), die Alien-Raumschiff abgeschossen werden, die Forschung vorangetrieben wird und so weiter. Gewonnen hat man, wenn man auf der Forschungsleiste ganz nach oben geklettert ist.

Under Falling Skies hat mir viel Spaß gemacht. Das Grundspiel ist ähnlich dem Print and Play, wobei hier auch schon ein paar Dinge hinzugekommen sind und die Qualität natürlich top ist. Es ist ein sehr interessantes Puzzle, was aber auch thematisch sehr gut funktioniert.

Zudem enthält das Spiel eine vierteilige Kampagne mit neuen Elementen, wie z.B. Personen, die besondere Fähigkeiten bieten und Sonderfähigkeiten von Städten.

Insgesamt ein echt tolles Solo-Spiel bisher, was schnell aufgebaut ist, viel Abwechslung bietet und sehr gut funktioniert. Ein endgültiges Urteil kann ich mir aber erst machen, wenn ich die Kampagne durchgespielt habe.

Under Falling Skies

(HeidelBÄR Games)
Eindruck gutAußerirdische greifen die Erde an und die Menschen kämpfen gegen diese aus Bunkern heraus. Soweit, so bekannt. Das schon als PnP erhältliche Solo-Spiel bekommt eine Kampagne und weitere Features.
Autor: Tomáš Uhlíř
Grafiker: Kwanchai Moriya, Petr Boháček
1
Spieler
ab 0
Jahren
20 - 40
Minuten
8 von 10
BGG Bewertung
Pos. 260
auf BGG
*
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39

(Like)
2020

Inside Crime – Kobra – Ersteindruck

Zu guter Letzt habe ich ein Ermittlungsspiel gespielt, wie es in letzter Zeit ja einige gab. Man bekommt bei Inside Crime – Kobra insgesamt 6 Sendungen über 6 Monate. Es gilt einen Kriminalfall aufzuklären.

Ich habe freudlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlages erhalten und bereits eine Episode gespielt. Man bekommt eine Mappe voller Unterlagen, Beweise, Indizien und mehr. So gibt es hier z.B. einen Polizeibericht aus Ägypten, ein Magazin, einen Brief, Gegenstände, eine Landkarte, Testmaterial und einen Zeitungsausschnitt.

Es gibt hier keine Spielregeln im klassischen Sinne und auch keine Mechaniken. Man setzt sich einfach hin und liest sich alles durch. Nach und nach findet man Rätsel, die es zu lösen gilt. Hier war es unter anderem ein Rätsel mit Hieroglyphen.

Man muss also selber recherchieren, Unterlagen durchforsten, Schlüsse ziehen, Rätsel knacken und so weiter. Auch die eine oder andere Website kommt dabei zum Einsatz.

Ich hatte solche Kriminalspiele zwar schon mal gespielt, aber das ist schon etwas her. An dieser ersten Episode habe ich teilweise Tage überlegt, bis ich auf die Lösung gekommen bin. Das ist ein sehr befriedigendes Gefühl und man fühlt sich wie ein echter Ermittler.

Gerade weil es hier keine Spielmechaniken gibt, sondern man eben wirklich kombinieren muss, hat es mir sehr gut gefallen.

Diese freie Vorgehensweise kann allerdings auch dazu führen, dass es Missverständnisse gibt. Dennoch ist mein bisheriger Ersteindruck sehr positiv.

Preislich ist Inside Crime – Kobra schon recht ordentlich, aber zum einen bekommt man recht viel Material. Zum anderen zieht sich das ja über ein halbes Jahr hin und man verbringt schon einige Stunden mit jeder Episode.

Am Ende einer Episode muss man auf der Website des Verlages einige Fragen beantworten und erfährt dann, ob man richtig liegt mit den eigenen Ermittlungsergebnissen.

Ich glaube, ich habe ein neue Lieblings-Genre gefunden. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht Abends die Unterlagen zur Hand zu nehmen und zu grübeln. Es funktioniert thematisch sehr gut und die erste Episode hat mir großen Spaß gemacht. Ich freue mich auf die weiteren Teile und werde auch mal andere Vertreter dieses Genres ausprobieren.

Ersteindrücke – Fazit

Bei den vielen neuen Brettspielen weiß man gar nicht so richtig, was man als erstes spielen soll.

Anno 1800 ist für KOSMOS-Verhältnisse ein richtig anspruchsvolles Spiel, welches den Geist des Computer-Strategiespiels sehr gut einfängt, wie ich finde. Auch Under Falling Skies hat mir bisher viel Spaß bereitet und ich freue mich auf die weiteren Teile der Kampagne.

Mein Highlight im heutigen Ersteindrücke-Artikel ist aber Tekhenu: Der Sonnenobelisk, was mir sehr, sehr gut gefällt. Anspruchsvoll, viele Möglichkeiten, hohe Abwechslung und dennoch auch für mich als eher taktischer Spieler gut spielbar.

Zu guter Letzt dann noch Inside Crime – Kobra, welches natürlich ein völlig anderes Spielerlebnis ist, weil es kein Brettspiel im klassischen Sinne ist. Dafür aber ein tolles Spiel für alle, die sich an Rätseln die Zähne ausbeißen wollen und gern Polizeiarbeit machen möchten.

Habt ihr eines der Spiele bereits spielen können? Wenn ja, dann freue ich mich über eure Meinung dazu in den Kommentaren.

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