Viele Messe-Neuheiten kommen so langsam raus, aber auch Kickstarter werden ausgeliefert und das eine oder andere ältere Brettspiel kommt zum ersten mal auf den Spieltisch. Deshalb fiel es mir diesmal besonders schwer 4 Brettspiele für meinen Ersteindrücke-Artikel auszuwählen.

Im Folgenden erfahrt ihr, wie mir die ersten Partien von Pacific Rails Inc., Die verlorenen Ruinen von Arnak, Monster Expedition und Coimbra gefallen haben.

Pacific Rails Inc., Die verlorenen Ruinen von Arnak, Monster Expedition, Coimbra … Brettspiel-Ersteindrücke

So kurz vor der SPIEL.digital gibt es viele spannende Neuheiten. Drei davon stelle ich im Folgenden etwas genauer vor und schildere meine Ersteindrücke aus den ersten Partien.

Aber mit Coimbra habe ich auch ein etwas älteres Brettspiel in diesem Artikel dabei, welches ich nun endlich spielen konnte.

Was ich bisher von diesen vier Spielen halte, erfahrt ihr im Folgenden. Allerdings wie immer der Hinweis, dass das wirklich nur Ersteindrücke sind und ich diese Spiele noch häufiger spielen muss, um mir eine endgültige Meinung zu bilden.

Pacific Rails Inc. – Ersteindruck

Der Kickstarter von Pacific Rails Inc. ist vor kurzem bei mir eingetroffen und ich konnte das Eisenbahn-Brettspiel bereits in unserer Spielerunde ausprobieren.

Es handelt sich um eine Kombination aus Worker Placement und Tile Placement. Zum einen setzen wir unsere Arbeiter in einem 3×3 Raster zwischen die verfügbaren Aktionen ein und nutzen eine davon. Auch beim Rausnehmen eines Arbeiters können wir eine Aktion nutzen. Stärker wird diese, wenn wir mehrere eigene Arbeiter bei der Aktion stehen haben (bzw. bei manchen Aktionen können wir noch Häuser errichten, um die Aktion stärker zu machen).

Mit diesen Aktionen besorgen wir uns vor allem Ressourcen bzw. wandeln diese in Schienen, Tunnel und Brücken um. Diese wiederum platzieren wir mit einer Aktion auf dem Landschaftsteil des Spielbretts, um eine neue Stadt zu verbinden, was uns Siegpunkte sofort einbringt, aber auch bei der Endwertung von Vorteil ist. Je mehr eigene Häuser und Telegrafen-Masten auf dem Spielbrett am Ende stehen, um so mehr Punkte bekommen wir.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch der eigene Zug. Wir haben zu Anfang nur ein Lok-Tableau vor uns liegen (auf dem unsere Häuser und Telegrafenmasten drauf stehen), aber mit den ersten 3 eigenen angeschlossenen Städten bekommen wir jeweils einen Wagon für unseren Zug.

Pacific Rails Inc - Zug

Das erhöht nicht nur unsere Lagerkapazität (wichtig!), sondern erlaubt es uns auch Fachleute anzuheuern und Sonderaktionen zu nutzen. Jedes mal, wenn wir eine von 4 Aktionen mit einem Arbeiter nutzen, aktivieren wir auch unseren kompletten Zug und das ist ein cooler Mechanismus.

Die Einsetzmechanik der Arbeiter gefällt mir sehr, auch wenn es hier schon dazu kommen kann, dass das wichtigste Einsetzfeld (zum Legen von neuen Strecken) oft blockiert ist. Man kann diese Blockierung zwar “sprengen” und die anderen Spieler müssen ihre Arbeiter dort wegnehmen, aber dafür bekommen diese dann Cowboyhüte, die wiederum Vorteile bringen. Voll ist es aber bei allen Spielerzahlen (2-4), denn bei weniger Spielern hat man mehr Arbeiter.

Pacific Rails Inc - Worker Placement

Der eigene Zug mit den Fachleuten ist wirklich gut und es ist ein tolles Gefühl, wenn man diesen nutzen kann und richtig was bekommt.

Etwas fiddelig war zu Beginn allerdings die Platzierung der neuen Streckenteile, bzw. die Punktewertung dafür. Man bekommt für die kürzeste Strecke je Teil 2 Punkte, aber nur wenn man diese selber gelegt hat. Man kann schließlich auch Strecken von anderen mitnutzen. Für gelegte Streckenteile, die nicht auf der kürzesten Strecke liegen oder wenn man eine schon angeschlossene Stadt nochmal anschließt, bekommt man nur einen Punkt je Streckenteil.

Da mussten wir in den ersten Runden immer mal wieder nachschlagen und uns die Wertungsbeispiele anschauen, bevor es flüssiger lief und uns allen klar war, wie es geht.

Am Ende bekommt der Spieler noch 15 Punkte, der die Ost-West Streckenverbindung fertig macht, was auch das Spielende einläutet. Das erschien uns ein wenig viel, aber auch das muss ich natürlich noch in den weiteren Partien genauer beobachten.

Insgesamt hat mir Pacific Rails Inc. sehr viel Spaß gemacht und meine Erwartungen an ein cooles Eisenbahnspiel mit ein wenig Computerspiel-Flair (alte Railroad Tycoon Teile …) erfüllt. Mehr kann ich dann nach einigen weiteren Partien dazu sagen.

Pacific Rails Inc.

(Vesuvius Media)
Ersteindruck gutHier bauen die Spieler eine transkontinentale Einsenbahnstrecke in den USA. Mit einem interessanten Worker Placement Mechanismus werden die Aktionen ausgewählt und neben Schienen auch Häuser und mehr auf dem Spielplan platziert.
Autor: Dean Morris
Grafiker: Damien Mammoliti
2 - 4
Spieler
ab 14
Jahren
60 - 90
Minuten
7.8 von 10
BGG Bewertung
Pos. 8188
auf BGG
Schönes Eisenbahnspiel in den USA mit interessanten Mechaniken, aber etwas komplizierter Streckenwertung.
zu Milan Spiele*


 
6

(Like)
2020

Coimbra – Ersteindruck

Etwas älter ist Coimbra, welches bereits 2018 erschienen ist. Ich konnte es endlich mal spielen, denn es hat mich mit seiner schönen Optik schon lange gereizt.

Eggertspiele führt uns bei diesem Spiel nach Portugal des 15. und 16. Jahrhunderts. Wir sind reiche Bürger der Stadt Coimbra und müssen unseren Einfluss bei Kirche, Gelehrten, Händlern und Adligen steigern.

Das machen wir vor allem, in dem wir auf den 4 dazugehörigen Leisten aufsteigen. Diese Fortschritte auf den 4 Leisten bringen mehr Bewegung auf der Landkarte, mehr Geld, mehr Schilde und mehr Siegpunkte.

Geld und Schilde sind hierbei die Währungen, mit der wir Personen aus diesen 4 Bereichen anwerben, was der Kernmechanismus des Spiels ist. Dabei kommt Dice Drafting und Dice Placement zum Einsatz.

Coimbra Ersteindruck

Das ist ein schöner Mechanismus, da zuerst die Zahl der Würfel wichtig ist und später dann dann die Farbe der Würfel. Mit der Zahl beeinflussen wir, wann wir dran sind beim Kauf von Personen. Allerdings kosten diese dann auch so viel Geld bzw. Schilde.

Die Farbe der Würfel triggern dann wiederum die Leisten in der Einkommensphase, so dass wir nur das bekommen, wo wir passende Würfel haben.

Manche der angeheuerten Personen bringen zusätzliche Boni beim Kaufen von Personen oder in der Einkommensphase. Andere bringen dagegen Spielende-Wertungen.

Zudem können wir noch Expeditionen finanzieren, was ebenfalls Spielende-Wertungen sind und auf der Landkarte Boni und Wertungen einsammeln.

Coimbra ist vor 2 Jahren doch ein wenig untergegangen, wie ich finde. Es ist mittlerweile auch recht günstig zu haben, für unter 30 Euro.

Ich mag das Thema sehr, auch wenn es im Spiel selbst dann nicht ganz so thematisch ist. Aber die Personen und die Landkarte bringen schon etwas Flair der Zeit und Gegend rüber.

Spielerisch fand ich es sehr schön zu spielen, weil es viele Möglichkeiten bietet. Das Spiel kommt mir recht verzeihend vor, denn alles bringt irgendwie Punkte, auch wenn man nicht die Person bekommt, die man eigentlich wollte.

Dennoch muss man auch schon etwas nachdenken, um lukrative Kombis zu erhalten und vor allem den Kampf um die Leisten zu gewinnen. Am Ende gibt es dort nämlich Siegpunkt je nach Platzierung.

Coimbra hat mir sehr viel Spaß gemacht und hinterlässt ein sehr schönes Spielgefühl, wie ich finde. Ich freue mich nun umso mehr auf Alma Mater, welches im Stil ähnlich ist, aber auch einige andere Mechanismen mitbringt und etwas komplexer erscheint.

Coimbra

(eggertspiele)
Ersteindruck sehr gutIn Coimbra gilt es Einfluss und Macht im Portugal des 15. oder 16. Jahrhundert auszubauen. Würfeleinsetzmechanismus, Set Collection und Card Drafting machen zusammen mit dem tollen Artwork Lust auf mehr.
Autoren: Flaminia Brasini, Virginio Gigli
Grafiker: Chris Quilliams
2 - 4
Spieler
ab 14
Jahren
60 - 90
Minuten
7.7 von 10
BGG Bewertung
Pos. 170
auf BGG
Sehr schönes Dice Drafting und Placement-Spiel, welches sich sehr angehmen spielt und viele Belohnungen bietet.
24,94 € (-45%) *
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40

(Like)
2018

Monster Expedition – Ersteindruck

Mit Monster Expedition gibt es ein kleines Spiel von Alexander Pfister als SPIEL.digital Neuheit in diesem Jahr. Ich habe ein Rezensionsexemplar von Amigo erhalten.

Es handelt sich um einen kleinen Ableger von Carnival of Monsters. Doch diesmal ist es ein Würfelspiel für 1-4 Spieler, in dem wir uns wieder auf die Jagd nach Monstern für unsere Sammlung machen.

Es stehen jedem Spieler 3 Camps in drei Landschaften zur Verfügung. Zur Jagd liegen 9 zufällige Monster aus plus ein Händler, der Käfige verkauft.

Wenn man am Zug ist, sucht man sich eines seiner 3 Camps aus. Je nachdem, wie man dieses bereits verbessert hat, kann man eine gewisse Anzahl Würfel nehmen. Diese würfelt man dann.

Monster Expedition - Ersteindruck

Nach dem Würfeln muss man einen der gewürfelten Werte aussuchen und alle Würfel, die diesen Wert anzeigen, rauslegen. Nach Push Your Luck Manier kann man das immer weiter treiben. Würfelt man allerdings nur noch Werte, die man schon rausgelegt hat, hat man ein Problem. Dann muss man einen bereits rausgelegten Würfel mit der höchster Zahl weglegen und kann diesen nicht mehr nutzen.

Man kann aber auch jederzeit aufhören, wenn man genug Punkte erwürfelt hat. Diese Punktezahl gibt man dann für ein oder mehrere ausliegende Monster der betreffenden Landschaft aus. Diese hat man damit gefangen.

Alternativ kann man auch für 40 Punkte 6 Käfige kaufen. Das sind nicht aufgedeckte Monsterkarten, die dann am Ende auch Siegpunkte bringen. Stichwort Käfige. Nur wenn ein Spieler auf irgendeine Art mindestens einen Käfig erhalten hat, wird die Monsterauslage wieder aufgefüllt, sonst nicht.

Die gefangenen Monster selbst bringen ebenfalls Boni mit und sind teiweilse für Sets nutzbar, was einem ein Würfel mehr bringt bei der Jagd. Die Camps sollte man ebenfalls aufleveln durch passende Würfel (je nach Camp 1, 2 oder 3) und teilweise auch, was Gegner gewürfelt haben (durch Monster-Spezialfähigkeit).

Das Spiel endet, wenn der Monster-Nachzugstapel aufgebraucht ist.

Monster Expedition ist ein kleines und recht einfaches Push your Luck Würfelspiel. Es ist schnell gespielt und macht Spaß, denn man muss immer wieder interessante Entscheidungen treffen.

Es ist aber auch kein Spiel, was einen besonders hohen Anspruch bietet oder nach 10 Partien noch etwas völlig Neues. Es ist halt ein unterhaltsames Würfelspiel und dafür macht es wirklich Spaß.

Zu erwähnen sind auch wieder die sehr schönen Monster-Illustrationen auf den Karten.

Monster Expedition

(AMIGO)
Ersteindruck gutMit Würfeln und den Fähigkeiten bereits gefangener Monster jagen wir weitere, um diese unserer Sammlung hinzuzufügen. Bestimmte Monstern bringen weitere Jagd-Würfel und andere Vorteile. Zudem gibt es Punkte für Käfige.
Autor: Alexander Pfister
Grafiker: Dennis Lohausen, Michael Menzel, Oliver Schlemmer
1 - 4
Spieler
ab 12
Jahren
ca. 30
Minuten
7.7 von 10
BGG Bewertung
Pos. 8067
auf BGG
Schnelles und interessantes Push Your Luck Würfelspiel mit angenehmer Spieldauer und schönen Illustrationen.
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25

(Like)
2020

Die verlorenen Ruinen von Arnak – Ersteindruck

Die verlorenen Ruinen von Arnak ist noch gar nicht erschienen, aber auf der CastleTriCon von Heidelbär Games, Czech Games Edition und Horrible Guild konnte ich es in den letzten Tagen online spielen. Diese Online-Convention in einer wirklich hübschen 3D Welt läuft übrigens noch bis Sonntag Abend und der Eintritt ist kostenlos.

In diesem Spiel (welches ich auf Tabletopia gespielt habe) sind wir als Abenteurer unterwegs, um im Dschungel nach Artefakten zu suchen, wertvolle Gegenstände zu entdecken, aber auch gegen Monster zu kämpfen. Mechanisch ist es eine Mischung aus Worker Placement, Deckbau und Ressourcen-Management.

Wir haben ein Startdeck aus 6 Karten, von dem wir 5 auf die Hand ziehen. Diese können wir dann als freie Aktion ausspielen, um Ressourcen, wie Gold, Kompasse, Steintafeln, Sperrspitzen und Rubine zu erhalten.

Die verlorenen Ruinen von Arnak auf Tabletopia

Mit diesen Ressourcen können wir dann wiederum neue Karten aus einer Auslage kaufen, die unser Deck verbessern. Dabei gibt es zum einen Ausrüstung und zum anderen Artefakte. Erstere sind vor allem am Anfang wichtiger, während die Artfakte besonders zum Ende hin eher Siegpunkte bringen.

Cool ist hierbei, dass der Rundenmarker bestimmt, wie viele Artefaktkarten und wie viele Ausrüstungskarten ausliegen. Am Anfang sind es 1 Artefakt und 5 Ausrüstungskarten. Dann 2 Artfakte und 4 Ausrüstungskarten usw.

Die Multi-Use Karten können aber auch genutzt werden, um mit unseren “Arbeiter”-Meeplen in den Dschungel zu gehen. Dort findet man Siegpunkte-Token und zudem einen zufälligen Ort, der von einem ebenfalls zufälligen Wächter beschützt wird. Dieses müssen wir noch in der aktuellen Runde besiegen, ebenfalls durch die Abgabe bestimmte Ressourcen. Sonst bekommen wir eine sogenannte Fear-Karte in unser Deck, die es verstopft.

Zudem können wir mit unseren Ressourcen auf einer Entdeckerleiste hochgehen, die uns nicht nur wieder Ressourcen und Siegpunkte am Ende gibt, sondern es auch ermöglicht Assistenten anzuheuern, von denen wir 2 haben können. Diese bringen uns einmal pro Runde einen Vorteil.

Und so managen wir unser Deck, unsere Ressourcen und unsere sonstigen Möglichkeiten, um möglichst weit im Dschungel und auf der Entdeckungsleiste voranzukommen, und damit viele Siegpunkte zu machen.

Ich hatte mich ja schon sehr auf Die verlorenen Ruinen von Arnak gefreut (Platz 1 meiner Must Have Liste für Vielspieler), weil einfach das Thema toll ist und das Spielmaterial gut aussah. Aber auch die Mechaniken klangen gut. Und mein Ersteindruck hat diese Vorfreude bestätigt!

Mir haben die Online-Partien sehr gut gefallen, auch wenn man sich an die etwas loseren Aktionsmöglichkeiten erstmal gewöhnen muss. Aber mir hat dieses Kennerspiel wirklich viel Spaß gemacht, so dass ich mich sehr auf die reale Ausgabe des Spiels freue. Da die deutsche Version wohl erst nach der SPIEL.digital erscheinen wird, werde ich mir die englischsprachige Ausgabe besorgen. Schließlich ist das Spiel größtenteils sprachneutral.

Die verlorenen Ruinen von Arnak

(Heidelbär Games)
Ersteindruck sehr gutAls Spieler führen wir Expeditionen auf eine Insel, um eine vergangene Zivilisation zu erforschen. Deckbau und Worker Placement sind hier dabei.
Autoren: Elwen, Mín
Grafiker: Jiří Kůs, Ondřej Hrdina, Jakub Politzer, František Sedláček, Milan Vavroň
1 - 4
Spieler
ab 12
Jahren
60 - 120
Minuten
8.3 von 10
BGG Bewertung
Pos. 8485
auf BGG
Spannender Mechanik-Mix und cooles Entdecker-Thema haben mir bisher sehr gut gefallen. Tolle Illustrationen!
zu Milan Spiele*


86

(Like)
2020

Ersteindrücke – Fazit

Auch in diesem Monat fielen die Ersteindrücke sehr positiv aus. Die verlorenen Ruinen von Arnak und Coimbra haben mir außerordentlich gut gefallen und ich freue mich extrem auf weitere Partien.

Aber auch Pacific Rails Inc. und Monster Expedition haben sehr viel Spaß gemacht und werden wieder auf den Tisch kommen.

Falls ihr diese Brettspiele bereits spielen konntet, freue ich mich auf eure Erfahrungen und Meinungen in den Kommentaren.