Crowdfunding boomt seit vielen Jahren und neben Kickstarter hat sich auch Gamefound in den letzten Jahren im Brettspiel-Crowdfunding etabliert. Die Ravensburger AG, zu der der Ravensburger Spieleverlag gehört, hat nun insgesamt 4 Millionen Euro in Gamefound investiert.

Warum man das gemacht hat, was die Ziele dieser Investition sind und ob Ravensburger nun ins Crowdfunding einsteigt, darum geht es im Folgenden.

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Ravensburger investiert in Gamefound

Wie viele andere große Verlage hat auch Ravensburger vom Corona-Boom bei dem Familien- und Gesellschaftsspielen profitiert und mit den vielen Spielen, die man veröffentlicht hat, viel verdient. Auch vorher lief es schon sehr gut, aber gerade 2020 hat man mit einem Anstieg der Umsätze um 20% nochmal deutlich zugelegt.

Ein weiteres sehr gutes Geschäftsjahr 2021 brauchte dann mit einem weiteren Anstieg um 1% eine Stabilisierung. Insgesamt erzielte man 636 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2021.

Die Kassen bei Ravensburger scheinen also gut gefüllt zu sein. Laut BGG hat Ravensburger aber auch vorher schon rund 100 Millionen Euro seit 2020 in neue Produktions-Kapazitäten, neue Arbeitsplätze, Expansion im Ausland und andere Bereiche gesteckt.

Über das brandneue unternehmenseigene Investment-Programm Next Ventures investiert man nun zudem in neue Bereiche und Startups. Jedes Jahr will man damit in eine Handvoll innovative Projekte investieren.

Als erstes großes Next Ventures Investment hat man 4 Millionen Euro in die Crowdfunding-Plattform Gamefound investiert. Der polnische Verlag Awaken Realms hat sich neben den eigenen Spielen schon seit Jahren einen Namen mit Gamefound als Pledgemanager-Tool für Crowdfunding-Kampagnen gemacht und dabei eine Menge Know How gesammelt. 2021 ist man einen Schritt weitergegangen und hat eine eigene Crowdfunding-Plattform realisiert, die Kickstarter zumindest in der Qualität Konkurrenz macht.

Es gibt hier viel weniger Kampagnen, als bei Kickstarter, dafür vor allem größere. So haben zum Beispiel ISS Vanguard knapp 5 Millionen Dollar, Too Many Bones: Unbreakable rund 3,4 Millionen Dollar und die Robinson Crusoe Collector’s Edition mehr als 2,6 Millionen Dollar eingebracht. Mehr als 22 Millionen Dollar wurden Stand heute dort eingesammelt.

Warum hat Ravensburger in Gamefound investiert?

Zusammen mit Awaken Realms, dem Betreiber von Gamefound, will Ravensburger nach eigenen Angaben inhaltlich und strategisch zusammenarbeiten, um das Geschäftsmodell noch weiterzuentwickeln.

Dabei gibt Ravensburger an, dass man jedes Jahr mehr als 1.000 Spieleideen und Prototypen bekommt und nur einen Bruchteil davon selbst umsetzen kann. Durch den starken Anstieg der Verkäufe in den letzten Jahren scheinen die eigenen Kapazitäten zudem einigermaßen ausgelastet zu sein.

Mit dem Einstieg bei Gamefound hat Ravensburger nun einen direkten Zugang zu vielversprechenden neuen Spielen und gerade dort zeigt sich ja, ob ein neues Spiel gut ankommt oder nicht. Zudem sind die auf Gamefound finanzierten Spiele eher anspruchsvoller und komplexer. Das ist durchaus ein Markt, den Ravensburger zwar schon bedient, unter anderem durch die Marke alea, aber wo man sicher noch mehr Möglichkeiten sieht.

Mittlerweile sind Plattformen wie Gamefound oder eben auch Kickstarter aber auch aus Marketing-Sicht sehr wichtig geworden, was ein weiterer Aspekt bei dieser Investition sein könnte.

Steigt Ravensburger damit ins Crowdfunding ein?

Die spannende Frage ist nun natürlich, in wieweit Ravensburger selbst eigene Crowdfunding-Projekte im Sinn hat. Über Gamefound würde das nun sehr einfach möglich sein.

Ich halte das nicht für ausgeschlossen, gerade für komplexe Vielspieler-Titel. Hinzu kommt, dass Ravensburger in den USA schon deutlich moderner aufgestellt ist, zumindest meinem Eindruck nach. Dort sind interessante und modernere Spiele erschienen, wie Horrified, ALIEN: Fate of the Nostromo oder Disney Jungle Cruise Adventure Game. Diwese richten sich doch mehr an erfahrenere SpielerInnen, als an die breite Masse. Für solche Art Spiele könnte Gamefound für Ravensburger durchaus interessant sein.

Fazit

Ob es am Ende dann doch eher eine Marketing-Kooperation ist und ob man überhaupt nach Außen hin viel von der Kooperation mitgekommen wird, das zeigt sich mit der Zeit. Ich werde das auf jeden Fall weiter beobachten.

Kennt ihr Gamefound und habt es schon mal genutzt? Wie steht ihr generell zu Crowdfunding und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Was ist eure Lieblings Crowdfunding-Plattform für Brettspiele?

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