Fantasy-Brettspiele finde ich sehr spannend und auch Miniaturen wecken zumindest meine Aufmerksamkeit. Deshalb bin ich auf Ethnos aufmerksam geworden, welches letztes Jahr auf der SPIEL in Essen von Asmodee veröffentlicht wurde.

Doch der erste Eindruck durch das Box-Cover hat getäuscht. Es ist doch ein deutlich anderes Spiel, als ursprünglich erwartet.

Ich habe das Spiel nun schon eine Weile und möchte im Folgenden meinen Ersteindruck dazu schildern.

Hinweis: Das Spiel wurde mir vom Verlag kostenlos bereitgestellt.

Worum geht es in Ethnos?

Cool Mini or Not CMN0038 EthnosWERBUNG
Schaut man sich Cover von Ethnos an, dann denkt man an ein Miniaturenspiel, das zudem blutig und aktionreich ist.

Dass das Brettspiel zudem von CMON veröffentlicht wurde, verstärkt diese Erwartung. Doch so ein Spiel ist es überhaupt nicht.

Das Spiel bietet vor allem 2 Hauptmechanismen, nämlich Set-Collection und Mehrheiten-Wertungen. Miniaturen gibt es gar keine in dem Spiel, dafür eine Menge Karten und Marker.

Zudem sind unterschiedliche Fähigkeiten bei den enthaltenen Völkern dabei und so versucht man einen Fantasy-Kontinent mit 6 Regionen unter die eigene Herrschaft zu bringen, denn das bringt Siegpunkte.

Das Spiel ist für 2 bis 6 Spieler und geht dennoch recht schnell.

Ethnos

(CMON Limited)
Autor: Paolo Mori
2 - 6
Spieler
ab 14
Jahren
45 - 60
Minuten
7.6 von 10
BGG Bewertung
Pos. 244
BGG Ranking


 
1

(Like)
2017

Spielmaterial

Öffnet man die Schachtel von Ethnos, stellt man, wie schon geschrieben, erstmal fest, dass hier weder Miniaturen drin sind, noch sonst irgendwie die Inhalte, die man erwartet hätte.

Es ist ein relativ kleines Spielbrett mit den 6 Regionen enthalten. Zudem gibt es für einige der Völker eigene kleine Tableaus. Dazu kommen diverse Papp-Token und Marker.

Am ehestens fallen die vielen Plastik-Token ins Auge, die gut stapelbar sind. Davon sind über 150 enthalten. Allerdings sind die Farben dieser Token zumindest interessant.

Ethnos Ersteindruck - Einfluss-Marker

Ethnos Ersteindruck – Einfluss-Marker

Des Weiteren finden sich viele Karten in der Schachtel. Im Grunde ist es ein Kartenspiel und jedes der 12 verschiedenen Völker hat je 12 Karten. Darunter finden sich Orks, Zwerge, Riesen, Skelette, Minotauren, Elben und mehr, die jeweils eine völkerspezifische Sonderfähigkeit haben. Nur die Halblinge haben 24 Karten.

Ethnos Ersteindruck - Karten einiger Völker

Ethnos Ersteindruck – Karten einiger Völker

Zudem gibt es Drachen- und Auswahlkarten. Auf den Karten finden sich schöne Fantasy-Illustrationen, aber auch nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte.

Und das war es schon mit dem Inhalt der Box. Mehr Einblicke erhaltet ihr in meinem Unboxing Video:

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https://www.youtube.com/watch?v=SjgIEvhZ2Z0

Mein erster Eindruck von Ethnos

In jeder Partie von Ethnos sind 6 zufällige Völker dabei, so dass es immer wieder neue Kombinationen gibt. Diese Karten gilt es als Verbündete anzuwerben, um Einfluss in Gebieten zu bekommen.

Das geschieht, indem man Sets sammelt. Entweder einen Verband nur aus einem Volk oder nur von einer Farbe. Man spielt hier also nicht nur ein Volk, sondern sammelt solche Sets aus angeworbenen Verbündeten.

Ein neuer Verband, den man ausspielt, muss mindestens eine Karte mehr enthalten, als bereits eigene Marker in der angepeilten Region liegen. Liegen dort also schon 2 meiner Marker, dann benötige ich mindestens ein Dreier-Set. Dann kann ich einen weiteren meiner Marker in die Region legen. Mehr Marker in eine Region zu legen wird also “teuer”, da man größere Sets benötigt.

Zudem nutzt man die Fähigkeit des Anführers. Die oberste Karte des Sets ist der Anführer. Das gibt dann verschiedene Sonderfähigkeiten.

Das Spiel geht über drei Zeitalter. Ein Zeitalter endet, wenn der dritte Drache aus dem Kartenstapel gezogen wird. Dann gibt es einerseits Punkte für Sets/Verbände. Für einen 2er Verband gibt es z.B. 1 Punkt, für ein 4er Verband aber schon 6 Punkte, für ein 5er Verband sogar 10 Punkte. Größere Verbände lohnen sich also bei dieser Zwischen- und Endwertung. Zudem können auch in diesem Schritt Fähigkeiten des Anführers noch mehr Punkte bringen.

Und dann gibt es noch Punkte für Mehrheiten in den 6 Regionen. Dort liegen nämlich zufällig ausgelegte Siegpunkte-Marker, die aufsteigend sortiert sind. In Runde 2 und 3 gibt es normalerweise also mehr Siegpunkte zu holen. Da diese Siegpunkte zufällig verteilt werden, sind manche Regionen auch umkämpfter als andere.

Ethnos ist ein sehr interessantes Brettspiel, da die Völker unterschiedliche Fähigkeiten haben und ich das Set-Collection Element sehr mag. Durch die 12 Völker und deren Sonderfähigkeiten wird es zudem abwechslungsreich. Zudem gefällt mir, dass es recht schnell gespielt ist.

Ein sehr interessantes Brettspiel, welches sicher noch öfter auf der Tisch kommen wird, aber es bietet nicht das, was man zu Beginn erwartet. Das hat sicher den einen oder anderen abgeschreckt. Sehr thematisch finde ich es nicht, es ist halt vor allem ein Kartenspiel. Aber das stört mich hier auch nicht besonders.

Was sind eure bisherigen Erfahrungen mit Ethnos?