Formosa Tee – Brettspiel Review

Formosa Tee - Brettspiel ReviewWerbung/Bild:Amazon

In Formosa Tee geht es um die Entstehung der Tee-Produktion in Taiwan im 19. Jahrhundert.

Wir ernten Teeblätter, verarbeiten diesen zu Tee und verkaufen diesen dann auf dem regionalen Markt oder exportieren ihn.

Wie Formosa Tee funktioniert, welche Mechaniken hier genutzt werden, wie das Thema umgesetzt wurde und wie mir das Brettspiel gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Review.

(Hinweis: Das Spiel wurde mir vom Verlag kostenlos bereitgestellt.)

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Wie gut ist Formosa Tee? – Fazit

8.7

Alles in allem ist Formosa Tee ein sehr gutes Eurogame mit starket thematischer Einbindung, wie ich finde.

Die Interaktion ist durch die Teemeister und Exporte gegeben, wobei man dennoch sehr gut selbst die Teeproduktion planen und optimieren kann. Die Charakterkarten bringen noch ein wenig mehr Abwechslung rein und am Ende gehört Formosa Tee auf jeden Fall zu den interessanteren Eurogames des Jahrgangs.

Meiner Meinung nach ist es das beste Brettspiel, wenn es um das Thema Tee geht.

Was ist Formosa Tee?

Bei Formosa Tee handelt es sich um ein gehobenes Kennerspiel, bei dem wir als Teeplantagen-Besitzer in Taiwan (von Mitte 19. Jahrhunderts bis Mitte 20. Jahrhunderts) versuchen hochwertigen Tee herzustellen, oder aus dem schlechten Tee wenigstens noch Aromatee zu machen.

Dazu gibt es verschiedene Bereiche auf dem Spielbrett, wo wir Arbeiter einsetzen bzw. vorrücken lassen.

Eine Besonderheit ist das eigene Spielertableau, auf dem wir den Tee trocken lassen und die Qualität steigern. Gutes Timing ist nicht nur für hochwertigen Tee wichtig, sondern erlaubt uns auch mehr Aktionen.

Zu guter Letzt gilt es den Tee vor allem zu exportieren, um lukrativen Exportaufträge zu erfüllen (und Bonusaktionen zu nutzen). Aber auch der Verkauf auf dem regionalen Markt lohnt sich.

Formosa Tee

(Strohmann Games)
In Taiwan bauen wir Tee per Worker Placement an, verbessern unsere Technik und verkaufen diesen.
Autor: Chu-Lan Kao
Grafiker: Sammixyz, Huang Yu Wen
2 - 4
Spieler
ab 12
Jahren
40 - 90
Minuten
7.5 von 10
BGG Bewertung
Pos. 3035
auf BGG
Unterschätzes Worker Placement Brettspiel mit schönem Thema und sehr interessanten Mechaniken.
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20

(Like)
2020

Formosa Tee - Spielbrett

Was ist drin?

Schauen wir erstmal kurz in die Box von Formosa Tee. Hier finden sich neben dem Spielplan 4 SpielerInnen-Tableaus, die klein, aber hübsch sind.

Hinzu kommen Arbeiter-Meeple in 2 Formen und diverse Marker. So gibt es Technologie-Scheiben, Aktions-Scheiben und Blütenknospen.

Natürlich haben wir noch farbige kleine Würfel für die 3 Teesorten und es gibt Karten. Das sind die historischen Ereignisse, Händler-Aufträge und Charakterkarten.

Im Folgenden Unboxing-Video gibt es einen Blick in die Box.

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So funktioniert Formosa Tee

Im Grunde ist Formosa Tee ein Worker Placement Spiel. Wenn wir am Zug sind, haben wir die Auswahl aus fünf Aktionen.

So können wir unter anderem per Worker Placement Teeblätter ernten, indem wir einen Arbeiter auf eine Plantage setzen. Es gibt 3 Teearten: Oolong, Schwarzer Tee und Grüner Tee. Mit dieser Aktion können wir von jeder Sorte einen Cube oder alle Cubes einer Sorte nehmen. Nimmt man alle Cubes von einer Plantage, kann man das darunterliegende Blütenknospen-Boni-Plättchen nehmen und später für Aromatee verwenden.

Formosa Tee - Teeblätter ernten

Dabei gibt es am Anfang jeder Runde übrigens einen interessanten Wachstumsmechanismus, der sich nach Wetter richtet. Entsprechend viele neue Cubes ziehen wir zufällig aus einem Beutel. Aber der Tee ist dadurch dann auch unterschiedlich nass.

Tee verarbeiten

Mit einer anderen Aktion verarbeiten wir die Teeblätter, die auf unserem Tableau liegen. Dazu setzen wir einen unserer Teemeister in die passende Teeverarbeitungsleiste ein und nutzen die verschiedenen Trocknungs- und Veredlungsaktionen.

Dabei bekommt man weitere Technologie- & Aktions-Plättchen und der Fortschritt auf diesen Technologie-Leisten bringt am Ende Siegpunkte. Die Fortbewegung auf den Teeverarbeitungslogieleisten ist spannend, denn alle Teemeister (also von allen Spielern) werden vorwärts bewegt, wenn jemand einen Arbeiter links daneben auf eine Plantange stellt. Das ist ein spannender und interaktiver Mechanismus.

Formosa Tee - Teeverarbeitung

Auf diese Weise trocknen trocknen wir Teeblätter bzw. bewegen sie in den Geschmacksbereich, was deren Qualität steigert. Am Ende der Phase haben wir eine von 3 Qualitäts-Stufen für den Tee erreicht, was beim Verkauf mehr oder weniger Geld (und bei dem hochwertigen Tee noch Boni) bringt.

Formosa Tee - Spielertableau

Zur Not können wir aus qualitativ schlechtem Tee noch Aromatee machen, wofür wir die Blütenknospen nutzen können. Auch das kann viele Siegpunkte bringen.

Tee verkaufen

Den normalen Tee verkaufen wir dann mit einer weiteren Aktion entweder an den nationalen Markt (eine Leiste mit Boni und Siegpunkten) oder exportieren diese an im Hafen liegende Händler (Auftragskarten mit vielen Siegpunkten und wichtig für die Endgame-Wertungen). Bei letzterem bekommen wir noch eine Bonus-Aktion.

Interessant ist hier, dass im Verlauf des Spiels immer lukrativere Export-Aufträge ausliegen und man gut timen muss, wann man was macht.

Formosa Tee - Exportaufträge

Wie spielt sich Formosa Tee?

Das Ernten der Blätter ist normales Worker Placement, wobei man aber immer überlegen muss, welche Cubes man nimmt und in welcher Reihe man den Arbeiter einsetzt. Schließlich bewegt man dadurch auch die Teemeister auf der entsprechenden Verarbeitungsleiste vorwärts, was man ungern macht, wenn dort nur gegnerische Teemeister stehen.

Auf jeden Fall sind diese Teeverarbeitungsleisten (die auch gleichzeitig Technologieleisten sind) sehr spannend und wichtig für den Sieg.

Der Wetter-Aspekt beim Nachwachsen des Tees auf den Plantagen ist ebenfalls gut gelöst.

Gutes Timing

Bei Formosa Tee ist gutes Timing gefragt. Wenn man den eigenen Teemeister clever eingesetzt, hat man ihn nochmal zur Verfügung zum Einsetzen in dieser Runde.

Die thematische Umsetzung ist in meinen Augen ebenfalls sehr gut gelungen. Natürlich handelt es sich auch hier um eine Abstraktion, aber wie man den Tee macht, wie man ihn trocknet und veredelt, ist mal was ganz anderes und sehr gut umgesetzt in Formosa Tee. Es fühlt sich eben nicht so beliebig und austauschbar an, wie bei vielen anderen Eurogames.

Um zu gewinnen muss man gut planen, ob man mal schnell schlechten Tee macht, um den Teemeister wieder zur Verfügung zu haben, welche Aufträge man erfüllt, welche Bonusaktionen man beim Export nutzt, wann man die Bonus-Plättchen einsetzt und mehr.

Die Interaktion ist durch das Worker Placement gegeben, aber besonders die Teemeister (auf den Leisten) und der Kampf um die Aufträge ist spannend. Dennoch ist es ein angenehmes Eurogame, bei dem man sich nicht wirklich was kaputt machen kann.

Mehr Abwechslung

In der Box sind Karten mit historischen Ereignissen dabei, wovon in jeder Partie ein paar genutzt werden. In jeder Runde verändern diese mit Sonderregeln ein wenig das Spiel und sorgen für Abwechslung.

Formosa Tee - Rundenkarten

Zudem sind Charakter-Karten für fortgeschrittene SpielerInnen dabei, die asymmetrischen Fähigkeiten bieten und für noch etwas mehr Abwechslung sorgen.

Das Regelheft ist okay, auch wenn an der einen oder anderen Stelle ein, zwei Sätze mehr gut gewesen wären. Große Probleme hatten wir aber nicht. Nur ein Solo-Modus wäre toll gewesen und fehlt mir hier schon.

Im Begleitheft sind interessante Hintergrundinformationen zum Tee-Anbau in Taiwan zu finden.

Formosa Tee

8.7

Spielidee

8.5/10

Qualität

9.0/10

Zugänglichkeit

8.5/10

Spielspaß

9.0/10

Preis/Leistung

8.5/10

Vorteile

  • tolle Umsetzung des Themas Tee
  • angenehme Interaktion
  • Gutes Timing bringt viel
  • tolle Verarbeitungs-Mechanik für den Tee
  • ein paar neue Ideen

Nachteile

  • Regelheft nicht ideal
  • am Ende machen alle doch recht viele Punkte

4 Kommentare

  1. Hanspeter

    Hallo Peer,
    habe das Spiel schon ne Weile auf dem Schirm, nun nochmal durch deine Awards aufmerksam geworden. Es hört sich verwandt zu Viticulture an (einem meiner Lieblingsspiele) – trifft das auch Deiner Meinung nach zu?
    Grüße, Hanspeter

    • Peer

      Es ist halt ein Worker Placement Spiel, so wie Viticulture. Das ist eine Ähnlichkeit. Ansonsten aber spielt es sich schon ganz anders.

      • Hanspeter

        Joah, da gibt’s ja doch noch mehr Ähnlichkeiten, das „Reifen“ der Teeernte (wie die Trauben) und die unterschiedlichen Produkt-Qualitäten (bei Tee oder eben Wein). Aber wenn Du das Spielerlebnis als ganz anders beschreibst, klingt das natürlich spannend(er). Danke!

        • Peer

          Wobei die Weiterverarbeitung des Tees hier ganz anders funktioniert als bei den Trauben in Viticulture und in meinen Augen auch interessanter ist.

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