Mit Origins: Ankunft der Erbauer kam ein interessantes Dice Placement Brettspiel auf den Tisch und im folgenden Review erfahrt ihr, wie es mir gefallen hat.

Dabei gehe ich auf die Mechaniken ein, was ich vom Thema halte, wie die Qualität des Spiels ist und wie sich der Langzeitspaß entwickelt hat.

Ich freue mich sehr über eure Meinung zu Origins: Ankunft der Erbauer in den Kommentaren.

(Hinweis: Das englischsprachige Spiel wurde mir vom Verlag kostenlos bereitgestellt.)

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Wie gut ist Origins: Ankunft der Erbauer? – Fazit

Origins: Ankunft der Erbauer ist ein mechanisch sehr spannendes Dice Placement Brettspiel, dass viele interessante Entscheidungen erfordert und verschiedene Wege zum Sieg bietet.

Die Interaktion ist angenehm, aber auf jeden Fall interessant und stärker, als bei vielen anderen Eurogames. Für Abwechslung ist durch variable Elemente beim Spielaufbau gesorgt.

Leider trüben optische Designmängel den guten Eindruck, die das Spiel etwas schwerer zugänglich machen. Dennoch ist es unter dem Strich ein sehr gutes Eurogame, dass ich immer wieder gern spiele.

Was ist Origins: Ankunft der Erbauer?

Mit Origins: Ankunft der Erbauer (im englischen Original Origins: First Builders) hat Board&Dice (auf deutsch bei Giant Roc) ein interessantes Brettspiel veröffentlicht.

Der Autor Adam Kwapinski versetzt uns hier in die Rolle von Aliens, die einer frühen Zivilisation beim Bau von Pyramiden und bei anderen Aufgaben helfen. Während as Cover an sich wirklich toll aussieht, finde ich das Spiel thematisch zu esotherisch für meinen Geschmack.

Dennoch war ich darauf gespannt, denn mechanisch ist es deutlich interessanter, unter anderem, weil mit dem Dice Placement eine meiner Lieblings-Mechaniken enthalten ist. Dies hat hier zudem noch den einen oder anderen Kniff bekommen und wirkt damit recht einzigartig.

Origins: Ankunft der Erbauer

(Giant Roc)
In diesem Zivilisationsspiel nutzen wir Würfel als Arbeiter, um unsere Stadt auszubauen und unser Volk zu vergrößern. Dabei kommt Drafting und Tile Placement ebenfalls zu Einsatz.
Autor: Adam Kwapiński
Grafiker: Zbigniew Umgelter, Aleksander Zawada
1 - 4
Spieler
ab 14
Jahren
60 - 120
Minuten
7.1 von 10
BGG Bewertung
Pos. 2299
auf BGG
Sehr interessante Mechaniken und viele Möglichkeiten. Allerdings ist das Material nicht ideal.
zur Spiele-Offensive*



 
25

(Like)
2022

Ich konnte sowohl die englischsprachige Version spielen, als auch die deutsche Lokalisierung. Beide unterscheiden sich nicht groß, so dass dieses Review für beide Versionen gilt.

Was ist drin?

Schauen wir wie immer erstmal in die Schachtel. Darin finden wir zum einen das Spielbrett, welches verschiedene Bereiche, Leisten und Bereiche für Karten und Würfel zeigt. Die Gestaltung ist okay, aber auch nichts besonderes.

Gleich ins Auge fallen 5 runde Plastik-Ufos, auf denen die Augenzahlen 1 bis 6 abgebildet sind. Diese sind mechanisch sehr interessant, aber leider produktionstechnisch nicht optimal. Die Augenzahlen sind sehr schlecht zu erkennen, da sie farblich nicht hervorgehoben sind. Ich habe diese manuell schwarz hervorgehoben.

Die Aktionen nutzen wir vor allem mit den verschiedenfarbigen Würfeln. Knapp 50 sind davon in 5 Farben (plus ein paar weiße Würfel) enthalten.

Origins: Ankunft der Erbauer - Würfel

Kleine Plastik-Bases für die Würfel sind ebenfalls enthalten, damit man die eigenen Würfel dadurch markieren kann. Zudem hat jede Spielerin noch einen „Arbeiter“, der ebenfalls für Aktionen genutzt wird, aber etwas anders funktioniert.

Die kleinen eigenen Spieler-Tableaus wirken wirklich winzig. Sie sind aber sehr praktisch und nehmen vor allem nicht viel Platz weg. Das finde ich sehr gut, sind die Spieler-Tableaus aktueller Neubeiten doch oft sehr groß und sorgen dafür, dass man Platzprobleme bekommt. Das ist hier nicht der Fall.

Origins: Ankunft der Erbauer - Spielertableau

Eine Menge Bau-Plättchen sind ebenfalls in der Box zu finden. Diese gibt es in 5 Typen (Farben) und bieten jeweils eigene Boni. Die Illustrationen darauf sind schick, aber leider ist der Text sehr klein und dadurch nicht so gut lesbar.

Zudem gibt es noch 4 verschiedene Arten von Ressourcen-Papp-Plättchen, die ebenfalls vom Design her nicht gut gelungen sind. Die Symbole darauf sind sehr klein und 2 davon ähneln sich stark. Das macht es während der Partie teilweise schwer zu erkennen, welches Ressource es ist.

Außerdem gibt es noch verschiedene Karten, die Bau-Aufgaben, Boni und eine Spielübersicht zeigen. Des Weiteren gibt es noch einige Papp-Token.

Einen Einblick in das Spielmaterial der englischen Version von Origins: Ankunft der Erbauer gibt es in diesem Unboxing-Video.

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So funktioniert Origins: Ankunft der Erbauer

Der Haupt-Mechanismus von Origins: Ankunft der Erbauer ist Dice Placement. Wir draften zu Beginn 2 Würfel und können uns dann später weitere dauerhafte und auch temporäre (weiße) Würfel hinzuholen.

Diese nutzt man auf den 5 Einsetzplätzen auf dem Spielbrett, die jeweils aus einem Drehrad in Form eines Ufos bestehen. Diese Drehräder zeigen eine Zahl zwischen 1 und 6 an. Um die Aktion zu nutzen, muss man einen Würfel mit der gleichen oder einer höheren Augenzahl einsetzen. Alternativ kann man Wissens-Token abgeben, um einen „kleineren“ Würfel einzusetzen zu dürfen.

Das jeweilige Rad wird nach der Aktion weitergedreht. Aus einer 1 wird eine 2 und so weiter. Nach einer 6 geht es dann wieder auf die 1 runter. Dadurch ändern sich diese Anforderungen an die Würfel ständig, was ein sehr interessanter Mechanismus ist.

Origins: Ankunft der Erbauer - Dice Placement

Wir nutzen hier also nicht einfach die Wunschaktion, sondern müssen unsere Würfel clever einsetzen, um passende Aktionen zu nutzen. Zudem können wir damit beeinflussen, ob die Mitspieler eine Aktion evtl. nicht oder zumindest schwerer nutzen können (weil sie zusätzliches Wissen ausgeben müssen).

Mit dem eingesetzten Würfel nutzen wir dann eine Aktion des Bereiches (2 davon stehen immer zu Auswahl). Zeigt der Würfel eine 6, dann kann man sogar beide Aktionen nutzen. Hat man zudem einen farblich passenden Würfel einsetzen, kann man zusätzlich eine Bonus-Aktion nutzen. Deshalb versucht man meist farblich passende Würfel einzusetzen.

Würfel altern

Die Würfelaugenzahl ändert sich nach jeder Runde. Die eigenen „Arbeiter“ werden also älter. Ist der Würfel bereits auf einer 6, platziert man diesem am Rundenende auf dem eigenen Tableau. Damit kann er nicht mehr für Einsetz-Aktionen genutzt werden, gilt dann aber als eine Farbe für den „normalen“ Arbeiter. Auch eine coole Mechanik.

Der eine zusätzliche „normale“ Arbeiter kann unabhängig von den Ufo-Rädern genutzt werden und ist am Anfang erstmal „farblos“. Die 6er-Würfel auf dem Tableau bietet diesem dann aber Farben.

Zudem bekommt man Punkte, je mehr „alte“ Würfel man auf dem eigenen Tableau liegen hat, was es durchaus reizvoll macht Würfel mit höherer Augenzahl zu kaufen. Dafür sind diese dann eher nicht mehr verfügbar.

Stadt bauen

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die eigene Stadt. Diese errichten wir aus den achteckigen Bauplättchen, die in 5 Farben vorhanden sind.

Origins: Ankunft der Erbauer - Bauplättchen

Wir müssen dafür eine bestimmte Aktion nutzen und Ressourcen bezahlen. Dafür bekommen wir Bonusaktionen und zudem Siegpunkte am Ende, wenn abgeschlossene Viertel in der Stadt einen Würfel enthalten. Das ist nämlich eine weitere Möglichkeit die eigenen Würfel zu nutzen. Man setzt sie in ein 2×2 Viertel der eigenen Stadt, kann den Würfel dann aber nicht mehr für Aktionen nutzen. Da es hier um einen Multiplikator geht, lohnt es sich vor allem Würfel mit hoher Augenzahl einzusetzen. Für diese Wertung muss man zusätzlich farbliche Scheiben im Spielverlauf erwerben, die immer teurer werden.

Zudem bekommt man zusätzliche Siegpunkte und Gold, wenn man eine bestimmte 2×2 Kombination von Gebäuden errichtet hat. Dafür liegen 4 Wertungskarten aus, welche auch ein Trigger für das Spielende sind.

Auf dem Spielplan gibt es eine ganze Reihe weiterer Dinge, wie 3 Tempel-Leisten mit verschiedenen Boni und Siegpunkten, sowie eine Arena, auf der man sich fortbewegen kann und umso mehr Punkte bekommt, je weiter man vor den Mitspielern liegt. Auch das sind interessante Möglichkeiten Punkte zu machen.

Origins: Ankunft der Erbauer - Leisten

Wie spielt sich Origins: Ankunft der Erbauer?

Insgesamt handelt es sich bei Origins: Ankunft der Erbauer um ein komplexes Kennerspiel. Die einzelnen Aktionen sind nicht so kompliziert, aber man hat viele Möglichkeiten und man muss gut planen, um nicht frühzeitig in einer Runde passen zu müssen.

Schließlich braucht man entweder passende Würfel mit der notwendigen Augenzahl oder Wissens-Plättchen, um das auszugleichen. Dass die Würfel altern ist ebenfalls sehr spannend, da es schon bei der Auswahl eines neuen Würfels die interessante Entscheidung erfordert, lieber einen „jüngeren“ Würfel zu nehmen, der aber schwächer bei den Aktionen ist, oder einen stärkeren „älteren“ Würfel, der dafür schneller in den „Ruhestand“ geht.

Zudem kann man kann nie alles in einer Partie machen, was eine Fokussierung erfordert und damit sehr unterschiedliche Wege zum Ziel. Die deutlich unterschiedlichen Vorgehensweisen finde ich interessant. Die Siegpunkte multiplizieren sich zudem in den einzelnen Bereich stark, wenn man gut optimiert. Man sollte also schon sehr spezialisiert vorgehen und eine Strategie maximieren.

Ich finde die Balance zwischen Strategie und Taktik sehr gelungen. Man kann planen, was man machen will, muss dann aber auch jede Runde schauen, wie die einzelne Würfel am besten genutzt werden.

Spielerisch spannend

Spielerisch finde ich Origins: Ankunft der Erbauer deshalb sehr interessant. Der Dice Placement Mechanismus ist sehr gut gelungen und macht mir viel Spaß. Man muss immer wieder knifflige Entscheidungen treffen und das Ressourcenmanagement ist sehr wichtig.

Die Interaktion ist hier ebenfalls gelungen. Man nimmt sich Bau-Plättchen weg, konkurriert auf den Leisten, läuft „gegeneinander“ in der Arena und vor allem verändert man die Werte auf den Ufos, was ebenfalls den anderen schaden kann. Man kann die anderen also durchaus ärgern, was ich aber wirklich interessant und nicht schlimm fand. Man muss halt etwas vorausschauen die eigenen Aktionen planen.

Origins: Ankunft der Erbauer - Spielbrettspiel

Mit weniger SpielerInnen spielt man allerdings ein wenig aneinander vorbei, da das Spielbrett nicht skaliert nach der Spielerzahl. Da ist bei bei 3 oder 4 Spielern auf jeden Fall mehr Interaktion, als bei 2 Spielern.

Zudem kann sich das Spielende ein wenig ziehen, da dies von den Aktionen der SpielerInnen ausgelöst wird. Aber es geht immer auf das Spielende hin und hier finde ich es gut, dass man ein wenig Einfluss darauf hat, wie schnell das Spielende kommt. Zum Schluss kann es dann auch recht schnell gehen.

Designmängel

Negativ sind mir leider die starken Materialmängel angefallen oder besser gesagt die Designmängel. Der Text auf den Gebäude-Plättchen ist viel zu klein. Hier hätte man zusätzlich mit Symbolen arbeiten können. Rot und lila sind bei bei schlechtem Licht zudem schwer auseinanderzuhalten, was sich ebenfalls auf die Spielbarkeit auswirkt.

Die schon erwähnten Augenzahlen auf den Plastik-Ufos sind fast nicht zu erkennen. Deshalb habe ich diese manuell schwarz angemalt, was man eigentlich schon von Seiten des Verlages hätte machen müssen. Die Ressourcen-Plättchen sind ebenfalls schlecht gemacht. Das sind runde graue Plättchen mit kleinen Symbolen darauf. Getreide und Geld ist zudem nur schwer zu unterscheiden. Warum hat man diese nicht vollfarbig gemacht und in verschiedenen Formen?

Gerade weil mir Origins: Ankunft der Erbauer mechanisch so gut gefällt, bin ich ziemlich enttäuscht von der Produktion. Echt schade, dass Giant Roc hier anscheinend wirklich nur übersetzt und nicht am Spielmaterial etwas optimiert. Das wäre hier wirklich mal notwendig gewesen.

Es ist aber auch erstaunlich, dass es diese Mängel gibt. Schließlich hat der Original-Verlag Board&Dice schon viele sehr gute Spiele rausgebracht, wo es diese Mängel nicht gab.

Unter dem Strich ist Origins: Ankunft der Erbauer dennoch ein sehr gutes Eurogame-Brettspiel, welches mir viel Spaß macht, dessen Thema und Produktion den positiven Eindruck aber leider etwas trübt.

Origins: Ankunft der Erbauer (Giant Roc)

Autor: Adam Kwapiński
Mechaniken: Aufträge, Dice Placement, Resourcen-Management, Tile Placement, Worker Placement
Spielidee 9.5 / 10
Qualität 7 / 10
Zugänglichkeit 8.5 / 10
Spielspaß 9.5 / 10
Preis/Leistung 8 / 10
8.5

Vorteile

  • Sehr interessanter Mechanik-Mix
  • Spannendes Dice Placement
  • verschiedene Strategien möglich
  • Abwechslung durch verschiedene modulare Elemente

Nachteile

  • einige Designschwächen
  • Thema ist mir zu esoterisch
Sehr interessante Mechaniken und viele Möglichkeiten. Allerdings ist das Material nicht ideal.

Was haltet ihr von Origins: Ankunft der Erbauer?