Reykholt - ReviewWERBUNG

In Reykholt geht es nach Island, wo wir warme Quellen nutzen, um in Gewächshäusern Gemüse anzupflanzen und zu ernten.

Wie das Brettspiel von Uwe Rosenberg genau funktioniert und was alles an Spielmaterial und Varianten dabei ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Review.

Zudem erfahrt ihr, wie ich Reykholt spielerisch finde und ob ich es empfehlen kann.

Wie gut ist Reykholt? – Fazit

7.9

Mit Reykholt hat Uwe Rosenberg ein gehobenes Familienspiel herausgebracht, welches sich mal wieder dem Thema ‘Säen und Ernten’ widmet. Es hat einfache Regeln, aber die Einsetzfelder bieten dennoch einen gewissen Anspruch.

Das Brettspiel ist schnell zu spielen und die Servicekarten, sowie der Story-Modus, bieten eine nette Abwechslung, ohne allerdings zu viel Tiefe einzubringen.

Leider ist das Spiel nicht sehr thematisch und auch strategisch ist es etwas beschränkt. Die Partien laufen doch eher recht gleich ab und am Ende entscheiden meist die letzten Züge, wer gewinnt.

Für mich erfüllt Reykholt nicht ganz die Erwartungen an ein neues Uwe Rosenberg Spiel. Es ist ein gutes Spiel, aber sicher kein Klassiker. Dennoch macht es Spaß, ist gut ausgestattet und gerade für Familienspieler einen Blick wert.

Was ist Reykholt?

Bei Reykholt handelt es sich um ein Worker Placement Brettspiel von Uwe Rosenberg, bei dem er seinem Motto “Säen und Ernten” treu bleibt. Das Spiel ist im Frosted Games Verlag zur SPIEL 2018 erschienen.

Schaut man sich das Regelheft an, so ist es ein relativ einfaches Spiel, verglichen mit anderen Rosenberg-Titeln, wie Angricola, Le Havre und Co..

Wir säen hier aus und müssen dann Gemüse ernten, um damit auf der Tourismusleiste vorzurücken. Es ist unter dem Strich also ein Rennspiel. Wer am Ende der 7 Runden vorn ist, gewinnt die Partie.

Reykholt
Frosted Games 17 - Reykholt
Heute
Brettspiel
1 - 4 Spieler
Autor: Uwe Rosenberg
ab 12 Jahren
Grafiker: Klemens Franz, Lukas Siegmon
30 - 60 Minuten
Verlag: Frosted Games
für regelmäßige Spieler
Veröffentlichung: 2018
BGG-Position: 1735
Sprache: Deutsch

Was ist drin?

Als erstes fällt natürlich das schöne Box-Cover von Reykholt ins Auge, welches Lust auf mehr macht.

Schauen wir dann in die Box, fallen als erstes die Papp-Kisten für die Ressourcen auf. Diese muss man erst zusammensetzen, aber dann ist das eine schöne Sache. Auf diese Weise fliegen die einzelnen Gemüse-Sorten nicht auf dem Tisch herum. Allerdings ist es teilweise etwas schwer die Holz-Ressourcen aus den Kisten herauszugekommen, aber das mag auch an meinen dicken Fingern liegen. ;-)

Die 5 Gemüsesorten liegen in Papp-Kisten

Die 5 Gemüsesorten liegen in Papp-Kisten

Stichwort Holzressourcen. Davon gibt es 160 Stück. Die 5 Gemüsesorten sind farblich und von der Form her sehr gut zu unterscheiden und sehen schick aus. Zudem gibt es noch Warenplättchen aus Pappe, die jeweils 3 gleiche Waren zeigen.

Die Rundenplättchen zeigen an, in welcher Runde wir uns befinden.

Das Spielbrett hat 2 Seiten für unterschiedliche Spielerzahlen. Auf einer Seite können 4 Personen spielen und mit einer Abdeckung ist es für 3 Spieler geeignet. Auf der anderen Seite spielen 1 oder 2 Spieler.

Es gibt 36 Servicekarten, welche besondere Fähigkeiten enthalten. Diese kann man selber nutzen oder mit jemandem teilen. Davon gibt es 5 Sets.

Es gibt viele Servicekarten in Reykholt

Es gibt viele Servicekarten in Reykholt

Die 23 Gewächshauskarten zeigen unterschiedlich große Gewächshäuser, die auch nur bestimmte Gemüsesorten aufnehmen. In den größeren können nicht alle angepflanzt werden.

Die Arbeiter-Holzplättchen (3 je Spieler) sind unspektakulär, aber man kann von einem Stickerbogen Portraits darauf kleben. So wirken sie deutlich besser.

Reykholt Brettspiel-Review

Neben dem Anzeiger für die Siegpunkleiste gibt es noch 34 Szenario-, Ereignis- und Servicekarten für den Story-Modus.

Hier seht ihr mein Unboxing-Video von Reykholt:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=vCuLvjvBztI

So funktioniert Reykholt

Reykholt ist im Grunde ein recht normales Worker Placement Spiel. Wir setzen unsere 3 Arbeiter nacheinander auf Einsetzfelder auf dem Spielbrett ein. Das ist auch die Phase 1 in jeder Runde, genannt Arbeitszeit. Genretypisch können wir nur da Arbeiter einsetzen, wo noch kein anderer Arbeiter ist.

Der Aufbau für eine 4 Spieler-Partie von Reykholt

Der Aufbau für eine 4 Spieler-Partie von Reykholt

Es gibt zudem einige Felder mit Fahnen. Diese zeigen an, dass man in einer Spalte nur ein Feld mit Fahnen besetzen kann. Man kann also bestimmte Aktionen nicht gleichzeitig in einer Runde nutzen.

Unser Ziel ist es Gemüse anzubauen in den eigenen Gewächshäusern und dann später diese zu ernten.

Über Einsetzfelder auf dem Spielbrett kommen wir z.B. an Gewächshäuser, bekommen Gemüse zum Anpflanzen und nutzen die Aktion Säen, um ein Gemüse aus dem eigenem Vorrat in ein Gewächshaus zu legen. Der Rest des Gewächshauses wird mit Ressourcen aus dem allgemeinen Vorrat aufgefüllt.

Reykholt - Brettspiel-Review

Interessant ist, dass viele Einsetzfelder eine Kombination von Aktionen aufweisen oder man sich zwischen verschiedenen Aktionen entscheiden muss. Zudem sind manche Einsetzfelder vor allem am Anfang beliebt, während andere eher für das Spielende relevant sind, um noch weiter auf er Tourismusleiste vorzurücken.

In Phase 2 jeder Runde ist die Erntezeit. Pro Gewächshaus können wir ein Gemüse ernten, was nicht so viel ist. Schließlich brauchen wir auf der Tourismusleiste später mehrere Gemüse einer Art.

In Phase 3, der Tourismuszeit, gehen wir mit unserem Spielermarker durch Abgabe von Gemüse auf der Tourismusleiste voran. Zu Beginn muss man pro Feld nur ein Gemüse einer Sorte abgeben, später dann 2, 3, 4 und so weiter.

Da wird es schon schwer genug Gemüse zu haben, um mehrere Felder vorzugehen. Allerdings gibt es auch einmal pro Tourismuszeit die Möglichkeit die Ressourcen eines Feldes zu nehmen, statt diese abzugeben. Das wird Prämie genannt und damit kann man gut arbeiten, um weiter voran zu kommen.

Die Spielermarker auf der Tourismusleiste

Die Spielermarker auf der Tourismusleiste

Allerdings gibt es auch Einsetzfelder, die man während der Worker Placement Phase nutzen kann, um sich auf der Tourismusleiste vorwärts zu bewegen.

Schließlich kommt die Phase 4, die Heimkehrzeit. Hier werden die Arbeiter wieder zurückgenommen und die Startspieler-Karte wird an den linken Mitspieler weitergegeben.

Und so läuft das Spiel insgesamt 7 Runden. Wer am Ende am weitesten vorn steht, hat gewonnen.

Es gibt auch noch einen Story-Mode, der durch neue Szenario- und Ereigniskarten, sowie neue Servicekarten etwas Abwechslung reinbringt. Das ist schon gut gemacht, ohne allerdings etwas ganz besonderes zu sein.

Zudem gibt es noch einen Solo-Modus, bei dem man versuchen muss den ersten Tisch mit 5 Waren (Tomaten) zu erreichen. Dafür hat man 5 Runden Zeit. Die Regeln sind hier sehr nah an denen des Mehrspieler-Spiels, was ich gut finde. Die eingesetzten Arbeiter aus der vorherigen Runde blockieren die entsprechenden Aktionsfelder. Das ist ein schöner Mechanismus, wie ihn z.B. Nusfjord schon genutzt hat.

Wie spielt sich Reykholt?

Reykholt spielt sich recht schnell und einfach, was erstmal positiv ist. Es bietet viele Optionen für das Worker Placement, aber man hat recht schnell die einzelnen Felder kennengelernt. Oft ist es klar, welches Feld gerade am besten ist.

Worker Placement ist der Kern von Reykholt

Worker Placement ist der Kern von Reykholt

Bei diesem Spiel ist es wichtig das richtige Timing für die gerade passenden Gemüse-Sorten zu haben, um in der Tourismuszeit weit nach vorn zu kommen. Zudem gilt es gegen Ende des Spiels den richtigen Moment zu finden eigene Gewächshäuser zu “opfern”, um kostenlose Schritte machen zu können. Hier kann es aber natürlich passieren, dass man auf Grund der Zugreihenfolge nicht auf die entsprechenden Felder kommt.

Die Servicekarten bringen zusätzliche Boni mit rein und können in einer Partie den Unterschied machen. Da es 5 Sets gibt und jedes Set aus mehr als 5 Karten besteht (aber jeweils nur mit 5 gespielt wird), gibt es hier doch einiges an Abwechslung. Auch das Teilen der Servicekarten mit dem Nachbar ist eine gute Idee.

Es gibt häufig ein spannendes Ende, da die Spieler oft sehr nah beieinander liegen. Das ist einerseits nicht schlecht, da sich niemand wirklich absetzen kann. Auf der anderen Seite ist dies aber auch ein Resultat der eingeschränkten Strategie-Möglichkeiten. Durch die festen Tische mit den geforderten Waren machen alle irgendwie dasselbe.

Der Ablauf des Spiels ist aus diesem Grund immer recht ähnlich. Man kann hier nicht komplett unterschiedliche Strategien ausprobieren. Der Reiz kommt eher daher, dass es in der letztern Runde die Frage ist, ob man nochmal optimale Züge machen kann. Die Abwechslung ist nach einigen Partien nicht mehr so hoch.

Dass es nach 7 Runden ein festes Ende gibt, mag ich grundsätzlich. Doch ich hätte mir gewünscht, dass es neben der Position auf der Tourismusleiste noch ein paar mehr Siegpunkte gegeben hätte, damit die Sache etwas spannender und etwas weniger ausrechenbar ist.

Der Story-Modus ist gut gemacht, aber auch nicht etwas, was man immer und immer wieder spielt. Es ist mal ganz nett.

Gut ist auch der Solo-Modus, der sich flott spielt und man hier immer wieder versuchen kann, das eigene Ergebnis, also bis zu welchem Tisch man kommt, zu verbessern.

Thematisch ist Reykholt nicht wirklich dicht. Da ist nicht wirklich was auf dem Spielbrett, was nicht auch irgendwo anders sein könnte.

Alles in allem ist Reykholt ein gutes und familientaugliches Worker Placement Spiel, welches einfach zu lernen ist und doch eine gewisse Herausforderung bietet. Langfristig gesehen ist es aber nicht so reizvoll und wird sicher kein Klassiker unter den Uwe Rosenberg Brettspielen.

Reykholt

7.9

Spielidee

7.0/10

Qualität

8.0/10

Zugänglichkeit

9.0/10

Spielspaß

8.0/10

Preis/Leistung

7.5/10

Vorteile

  • einfaches und schnelles Spiel
  • Servicekarten mit besonderen Fähigkeiten
  • Story-Modus interessant
  • gutes Solo-Spiel
  • schönes Material

Nachteile

  • relativ wenig Abwechslung
  • wenig wirklich Neues
  • Thema irrelevant