Mit The Isle of Cats (Die Insel der Katzen) wurde ein interessantes Tile Placement Spiel über Kickstarter finanziert, welches bald auch auf deutsch bei Skellig Games erscheint.

Ich konnte die Kickstarter-Version testen und schildere euch in diesem Review, was ich von dem Spiel halte und was es noch zu verbessern gibt.

Zudem erfahrt ihr, wie das Solo-Spiel funktioniert und wie mir das gefällt.

Wie gut ist The Isle of Cats? – Fazit

The Isle of Cats ist ein umfangreiches und sehr schönes Brettspiel, welches schon in der normalen Version viel hermacht.

Dass das Puzzlen durch die Fischressourcen und die Karten anspruchsvoller geworden ist, gefällt mir sehr. Damit bietet es ausreichend Tiefe für Kennerspieler und eine gute Wiederspielreiz.

Auf der anderen Seite fehlt hier anscheinend noch eine gewisse Detail-Optimierung durch eine Verlags-Redaktion, denn ein paar Dinge sind nicht ideal. Mal schauen, ob da für die deutsche Version noch was gemacht wird.

Insgesamt macht The Isle of Cats aber viel Spaß und bietet in der vollen Version eine ordentliche Portion Taktik und Strategie, kann mit der Familienversion aber auch Einsteiger anlocken.

Was ist The Isle of Cats?

The Isle of Cats ist ein Puzzle-Spiel, bei dem wir so viele Katzen wie möglich von einer Insel retten müssen.

Dabei setzen wir unterschiedliche Karten ein, um unser Boot möglichst voll zu bekommen und lohnende Aufträge zu erfüllen.

Die Insel der Katzen
(The Isle of Cats)
 
Fantasy
Brettspiel
1 - 4 Spieler
Autor: Frank West
ab 8 Jahren
Grafiker: Dragolisco, Frank West
60 - 90 Minuten
Verlag: The City of Games, Skellig Games
für regelmäßige Spieler
Veröffentlichung: 2019
BGG-Position: 220
Sprache: Englisch

Isle of Cats, Minecraft, Arler Erde und Rallyman GT – Brettspiel-Ersteindrücke

Was ist drin?

Es steckt viel Material in der hübschen Box von The Isle of Cats. Da sind vor allem die 85 Polyomino Plättchen mit Katzen in 5 verschiedenen Farben. Diese sind sehr hübsch gezeichnet.

Zudem gibt es 30 Katzenfiguren aus Holz in 5 Farben und 42 Fisch-Marker (1 und 5) aus Pappe. Hinzu kommen noch 44 normale und 25 rare Schatzplättchen.

Für jeden der maximal 4 SpielerInnen gibt große Spielerboards mit jeweils einem Schiff, auf den Quadrate einzeichnet sind. Dort können wir später die Katzen platzieren.

Nicht zuletzt gibt es gut 200 Karten. Davon sind 150 Karten für das normale Spiel und dann noch welche für die Familienvariante und für den Solo-Modus.

Eine Marker und ein Tableau für die Spielerreihenfolge runden das ganze ab.

The Isle of Cats - Die Insel der Katzen

So funktioniert The Isle of Cats

In The Isle of Cats geht es darum möglichst viele Katzen von einer Insel zu retten. Dafür haben wir 5 Runden Zeit.

In der einfachen Familienvariante konzentriert sich das Geschehen auf den Puzzle-Teil. Wir nehmen aus einer zufälligen Auslage Katzen-Plätcthen und puzzeln diese bei uns auf dem Boot ein. Das geht schnell und einfach. Dabei muss man anliegend zu einem schon liegenden Plättchen legen.

Dabei bekommt jeder Spieler 3 zufällige Family-Lesson Karten, die Endwertungen für jeden einzelnen enthalten und Punkte bringen. Ebenfalls Punkte bringen am Ende zusammenhängende Katzen-Familien mit mindestens Größe 3. Damit sind also Kartenplättchen der gleichen Farbe gemeint, die aneinander angrenzen. Zudem gilt es zu beachten, dass am Ende noch sichtbare Ratten 1 Minuspunkt und nicht ganz abgedeckte Räume 5 Minuspunkte bringen.

Die Vollversion von The Isle of Cats baut auf diesen Mechaniken auf, bringt aber mehr Anspruch rein.

Auch hier geht das Spiel über 5 Runden und in jeder Runde bekommen wir 20 Fisch. Mit diesen Fischen können wir Karten kaufen und Katzen anlocken. Es ist also eine Ressource, die wir gut managen müssen.

Das volle Spiel bietet 5 verschiedene Kartenarten, die wir über ein Drafting am Anfang der Runde erhalten können. Dabei werden 7 Karten ausgeteilt, von denen man 2 behält und den Rest weitergibt. Dann bekommt man vom anderen Nachbarn 5 Karten und behält wieder 2 und so weiter.

Doch das Drafting ist nur der eine Teil. Nun müssen wir uns entscheiden, welche Karten wir mit Fisch wirklich kaufen wollen. Deren Preis rangiert von 0 bis 5. Je stärker eine Karte ist, um so mehr Fisch kostet sie.

  • Die blauen Karten sind Lessons (quasi Aufträge), die entweder für uns selbst Punkte bei der Endwertung bringen können, oder für alle Spieler (Public Lessons). Diese müssen nach dem Drafting und dem Kauf der Karten alle ausgespielt werden. Eigene Lessons legt man natürlich verdeckt aus.
  • Die grünen Karten sind vor allem dazu da Katzen einzufangen, denn dazu braucht man Körbe. Neben einem permanenten Korb, den jeder Spieler von Beginn an hat, sind auf den grünen Karten oft halbe oder ganze Körbe drauf. Zudem finden sich oft Schuhe mit einer Zahl. Diese sind für die Spielerreihenfolge in dieser Runde wichtig.
  • Die gelben Karten erlauben es Schätze zu nehmen und im eigenen Boot einzubauen. Die raren Schätze bringen dabei jeweils 3 Siegpunkte.
  • Die braunen Karten erlauben es, eine sechste Katzenart, die Oshax-Katze, zu nehmen und einzupuzzeln. Bei diesen kann man sich dann entscheiden, zu welcher der 5 Farben sie zählen soll.
  • Schließlich gibt es noch die lilanen Karten, die jederzeit gespielt werden können und Boni bringen.

Man kann gekaufte grüne, lilane, braune und gelbe Karten aber auch für eine spätere Runde aufheben. Nur die blauen muss man alle ausspielen.

Nach dem Ausspielen der blauen Karten sucht man verdeckt die grünen Karten aus, die man zum Fangen von Katzen in dieser Runde nutzen will. Dann decken alle auf und anhand der Schuhe wird festgelegt, wie die Spielerreihenfolge ist.

Und dann wird pro Korb, den man hat, eine Katze aus der Auslage genommen, wobei diese dann noch jeweils 3 oder 5 Fisch kostet. Man muss hier also gut vorausplanen.

Ist jeder fertig mit dem Nehmen von Katzen, dann kann man gelbe und braune Katten ausspielen und ggf. die Schätze und Oshax-Katzen ebenfalls einpuzzeln.

The Isle of Cats - Die Insel der Katzen

Damit endet dann die Runde und es geht mit der nächsten weiter.

Nach 5 Runden wird dann ausgewertet und man bekommt Punkte für Katzenfamilien, erfüllte Lessons und rare Schätze. Abgezogen werden Punkte für sichtbare Ratten und nicht gefüllte Räume auf dem eigenen Boot.

Der oder die SpielerIn mit den meisten Punkten gewinnt.

Wie spielt sich The Isle of Cats?

Die Familienvariante von The Isle of Cats ist sehr einfach und nichts, was ich häufiger spielen würde. Aber gerade für Wenigspieler ist dies eine gute Möglichkeit ein Kernelement des Spiels kennenzulernen, ohne von den anderen Elementen der Vollversion überfordert zu werden. Hat man die Familienversion 1-2 mal gespielt, kann man die volle Version mit Fisch und Karten spielen und das klappt dann sehr gut.

Ich würde mir von mehr komplexeren Brettspielen wünschen, dass sie eine Anfangs-Variante bieten, die es leichter macht das Spiel Einsteigern beizubringen.

Die volle Variante gefällt mir sehr gut. Das Ressourcen-Management mit den Fischen und das Abwägen, welche Karten man spielt und welche Katzen man nimmt, ist interessant. Auch wenn man keinen Einfluss auf das Boot der anderen hat, kommt durch das Drafting und vor allem durch das Nehmen von Katzen und Schätzen eine gewisse Interaktion rein. Aber die ist nicht zu stark.

Der Rundenablauf, sowie die Wertung für die Katzenfamilien, sind auf dem Boot mit abgedruckt, was ich gut finde und was hilft.

Das Thema mit den Katzen ist schön, aber richtig thematisch wirkt das Spiel nicht. Es hätte auch irgendein anderes Thema sein können, aber Katzen funktionieren nunmal auf Kickstarter besser, als z.B. das Verladen von Kisten am Hafen. :-)

Aber das Thema stört auch nicht und die Plättchen sehen wirklich hübsch aus.

Mit der Kickstartererweiterung kamen unter anderem Holzmarker für die Fische, die nett sind, aber die Papp-Marker reichen mir auch.

The Isle of Cats - Die Insel der Katzen

Kickstarter-exklusive Fisch-Token aus Holz

Insgesamt habe ich mit The Isle of Cats viel Spaß gehabt, auch wenn es doch einige Kleinigkeiten gibt, die man verbessern könnte. So hat man während des Spiels viele Kartenstapel (Karten aus vorheriger Runde, ausliegende Lessons, Karten aus dieser Runde(Drafting) …). Das macht es zwischenzeitlich etwas unübersichtlich. Hier wären Ablagefelder auf dem eigenen Tableau schön gewesen. Stichwort Tableau: Die Ränder der 6 Räume auf dem Boot sind schlecht sichtbar.

Der Rundenablauf der vollen Version war uns am Anfang nicht ganz so klar, was auch daran lag, dass das Regelheft nicht ideal gestaltet ist. So wären eine Angabe der Kartenfarben bei den Phasen auf dem Tableau hilfreich gewesen.

Das Sammeln der Lessons ist sehr wichtig für die Endwertung, aber eben auch etwas glücksabhängig durch das Draften. Zudem ist es einfach kein gutes Gefühl eine Public Lesson zu kaufen, da davon ja ggf. auch andere Spieler profitieren.

Zudem kann das Puzzlen auf dem eigenen Boot etwas unbefriedigend sein, da man es nie wirklich voll bekommt.

Solo-Version

Die Solo-Version ist übrigens auch sehr gelungen und hat einen interessanten Mechanismus. Meine Gegnerin (thematisch meine Schwester) macht ebenfalls Punkte für die Katzen, die ich in meinem Boot einpuzzle. Das ist knifflig, zumal man erst nach und nach erfährt, für welche Katzenfarben meine Gegnerin wie viele Punkte bekommt.

Auch das Drafting wurde recht gut für den Solo-Modus adaptiert. Hier bekommt man 2 mal 5 Karten, von denen man jeweils 3 behält und am Schluss nochmal eine Karte. Davon muss man dann aber wieder welche für Fisch kaufen.

Durch Advanced Lessons kann man die Gegnerstärke sehr gut varieren, damit die Herausforderung bleibt.

Hier ein Solo Lets Play von The Isle of Cats.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=OtT1Xm5zfx4

The Isle of Cats

8.5

Spielidee

8.0/10

Qualität

9.5/10

Zugänglichkeit

8.0/10

Spielspaß

9.0/10

Preis/Leistung

8.0/10

Vorteile

  • Familienversion bietet einen leichten Einstieg
  • Taktisch anspruchsvoll
  • sehr schönes Material
  • hoher Wiederspielwert
  • guter Solo-Modus

Nachteile

  • Kleine redaktionalle Schwächen sind noch vorhanden
  • Die Lessons zu bekommen hat eine Glücksfaktor.